Christliche Friedensstifter Teams

CPTnet auf Deutsch: 
Ereignis: 

Was ist CPT?

Seit mehr als 25 Jahren arbeitet Christian Peacemaker Teams (CPT) für Frieden und gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung. CPT setzt Teams ausgebildeter Freiwilliger in bedrohten Regionen ein und unterstützt dabei die Arbeit lokaler Gemeinschaften. CPT wird durch einheimische Friedens- und MenschenrechtsaktivistInnen eingeladen; der Schwerpunkt der Tätigkeit ist die solidarische Unterstützung friedensbildender Maßnahmen in Krisensituationen.

Die über mehrere Jahre gewachsenen Beziehungen mit lokalen FriedensstifterInnen haben das CPT-Verständnis von Friedensarbeit vertieft. Wirkungsvolle Friedensarbeit vor Ort ist nicht eine Sache von kurzfristigen Interventionen von außen. Vielmehr ist sie eine Leistung von beständiger, langfristiger Zusammenarbeit mit Gemeinschaften.

Gewaltfreie Friedensarbeit wird an vielen Orten bereits geleistet, ohne dass sie in Europa oder Nordamerika wahrgenommen wird. CPT unterstützt lokale FriedensstifterInnen, indem es ihre Leidensgeschichten und den gewaltlosen Einsatz für Verwandlung und Versöhnung dokumentiert und in Europa und Nordamerika bekannt macht. Diese solidarische Partnerschaft ist ein zentrales Element der Friedensarbeit von CPT.

Durch die CPT-Arbeit erhalten Menschen des Friedens im privilegierten Westen, die in der Vergangenheit und auch heute noch von Gewalt und kolonialen Strukturen profitieren, eine Möglichkeit, zu einem notwendigen Perspektivenwechsel in ihrem Umkreis beizutragen. Mit konkreter Unterstützung im Einsatzland ebenso wie mit Erfahrungsberichten zuhause ermöglichen CPTler internationale Nächstenliebe.

CPT Europa

In Europa gibt es Gruppen engagierter CPTler in Deutschland, Niederlande, Schweden und Großbritannien. Sie versammeln sich einmal im Frühjahr für eine sogenannte Convergence. Dort werden Pläne geschmiedet, um die Vision des CPT im eigenen Umfeld durch Public Witness (öffentliche Demos), regionale Treffs und ein Großprojekt umzusetzen. Seit 2014 unterhält CPT Europa ein Projekt zur Begleitung von Flüchtlingen auf der griechischen Insel Lesbos. 

Das CPT Lesbos Projekt informiert regelmäßig in englischer Sprache durch einen Blog: cptmediterranean.wordpress.com und auf der Facebook-Seite: www.facebook.com/CPTEurope.

Der wichtigste Partner von CPT in Deutschland ist das Deutsche Mennonitische Friedenskomitee. Kontakt mit CPT Deutschland kann man über info(at)dmfk.de aufnehmen. 

Neueste Update: 

Aktuelle Infos über die CPT Arbeit

Das CPT Lesbos Projekt informiert regelmäßig in englischer Sprache durch einen Blog: cptmediterranean.wordpress.com und auf der Facebook-Seite: www.facebook.com/CPTEurope.

Wiederaufnahme des Lesbos-Projekts - Ruf nach Freiwilligen!

Mai bis November 2016

CPT Europe hat beschlossen, das erfolgreiche Projekt von 2014 und 2015 wieder aufzunehmen! Wir unterstützen unsere lokalen Partner auf der Insel in der Begleitung und im Schutz der dort ankommenden Flüchtlinge. 

Wir laden interessierte FriedensaktivistInnen, sich für eine Teilnahme am Projekt in diesem Zeitraum zu melden. Wir suchen nach Menschen, die für mindestens 14 Tage im Team mitarbeiten können. Das Team wird in der Hauptstadt Mytilini stationiert sein und reagiert auf die aktuellen Bedürfnisse der lokalen AktivistInnen: Dialog mit Flüchtlingen, Beobachtung von möglichen Menschenrechtsverletzungen, Beobachtung von Gerichtsverfahren. 

Weitere Infos und Anmeldebedingen hier:

cptmediterranean.wordpress.com/get-involved-2

Hier ist der Bericht über unser Projekt im Sommer 2015:

Jugendcamp "FriedensZeit" auf Lesbos

13.-25. 08. 2016

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee bietet CPT eine Jugendfreizeit (ab 16 J.) auf der Insel Lesbos, wo wir ein Team in diesem Sommer im Einsatz haben. 

Datum: 13.-25.08.2016
Kosten: 480,00 €
Alter: ab 16 Jahre
Leistungen: Hin- und Rückflug ab bzw. bis Frankfurt, Unterbringung in Mehrbettzimmern, Vollpension, Programm
Leitung: Ulrike Schmutz, Benni Krauß, Jakob Fehr, Juliane Assmann
Anmeldeschluß: 1.04.2016
Anmeldung: info(at)juwe-mennoniten.de

Wer weitere Infos erhalten möchte, kann über info(at)dmfk.de Kontakt aufnehmen.


Über CPT

CPT entstand 1984 als Antwort auf die herausfordernde Frage: „Können Christen die gleiche Disziplin und Selbstaufopferung für die gewaltfreie Friedensarbeit aufbringen wie das Militär für die Kriegsführung?“

Seitdem arbeitet CPT daran, Methoden zu entwickeln und umzusetzen, um Unterdrückung und Ungerechtigkeit mit gewaltfreien Mitteln zu überwinden. Der Schwerpunkt von CPT ist die enge Zusammenarbeit von kleinen ausgebildeten Teams mit lokalen Friedens- und Menschenrechtsgruppen. Die aktuellen Brennpunkte der Arbeit sind vier Krisenregionen: Kurdisch Nordirak, Palästina, Kolumbien und bei den Ureinwohnern Kanadas. 

Diese Arbeit gründet auf der Überzeugung, dass Christen und Christinnen in der Kraft und Liebe Gottes eine organisierte, gewaltfreie Alternative zum Krieg bewirken können. CPT wurde von den sogenannten Historischen Friedenskirchen – Mennoniten, Brethren und Quäkern – begonnen, aber heute kommen die Team-Mitglieder aus vielen verschiedenen Konfessionen und religiösen Hintergründen. CPT legt Wert auf ein kreatives öffentliches Zeugnis, gewaltfreie direkte Aktionen und den Schutz der Menschenrechte.

Die strategische Ausrichtung der Arbeit:

Friedensarbeit im Einsatzland braucht die Zusammenarbeit von Gemeinden und Unterstützergruppen zuhause, die im Heimatland gegenüber den politischen Entscheidungsträgern für die Konfliktsituation engagiert eintreten.

Aus der Sicht von CPT ist Gewalt in systemischen Strukturen von Unterdrückung verwurzelt. CPT ist fest entschlossen, gegen alle Formen von Unterdrückung im Zuge seiner Bemühungen um den Abbau von Gewalt vorzugehen und fängt damit in der eigenen Organisation an.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Wer sind CPTer und wie kamen sie zu ihrem Engagement? 

Die Mitarbeit bei CPT fängt mit einer kurzen Informationsreise an. Info-Reisen (auf Englisch: Delegations) finden an einem Ort statt, wo CPT ein langfristig bestehendes Projekt hat: Irakisch Kurdistan, Palästina, Kolumbien oder bei den Kanadischen Einwohnern. CPTer sind Menschen aus der Mitte der Gesellschaft. Es gibt Studenten, Geistliche, Ingenieure, Hausfrauen und -männer, Verwaltungsangestellte, Lehrer, Rentner und Pensionäre, Landwirte, Krankenschwestern und Pfleger, Akademiker, Automechaniker, -- langjährige Aktivisten und Menschen, die erst seit kurzem als Friedensstifter aktiv sind.  

2. Wie kann ich ein CPTer werden?

Zuerst solltest du an einer zeitlich begrenzten Informationsreise (12 bis 14 Tage) teilnehmen. Falls du dich für CPT entscheidest, kannst du dich nach der Info-Reise für das CPT Training bewerben. Aus den Absolventen der Trainings werden die Mitglieder für die einzelnen Projekte ausgewählt. Am Ende des Trainings beurteilen und entscheiden CPT und die BewerberInnen gemeinsam über die Aufnahme in CPT.

Für weitere Informationen melde dich bei uns: outreach-europe@cpt.org.  

3. Welche Qualifikationen und welches Training haben CPTer?

CPTer verpflichten sich zur Gewaltlosigkeit und sind bereit, „an vorderster Front“ persönliche Risiken im Frieden stiftenden und Gewalt abbauenden Engagement auf sich zu nehmen. Alle sollen in der Lage sein, in einem spannungsbeladenen Umfeld zu arbeiten.

Potentielle CPTer nehmen zuerst an einer zeitlich begrenzten Informationsreise und anschließend an einem ein-monatigen intensiven Trainingsprogramm vor Ort teil. Das Training beinhaltet Module zu den folgenden Themen: Gewaltentschärfung, zwischenmenschliche Konflikttransformation, Sicherheitsfragen in Kriegsgebieten, biblische Grundlagen des Friedensstiftens, Rassismus- und Sexismusbekämpfung, persönliche Eignung und vieles mehr.

Christsein ist keine Voraussetzung, um bei CPT mitzuarbeiten. Es gibt - besonders im Irakisch Kurdistan und Palästina - muslimische Teammitglieder. Doch sehen wir die Verpflichtung zur Gewaltlosigkeit im Zusammenhang mit einer tiefen geistlichen Einstellung. Dieses geistliche Element ist auch Teil der täglichen Miteinanders im Team. 

Alle BewerberInnen reichen eine persönliche Stellungnahme ein und unterschreiben eine Erklärung, in der sie die Risiken akzeptieren, die ein Engagement in einem Krisengebiet mit sich bringt. 

4. Wer unterstützt CPT? Woher bekommt CPT ihre Finanzen?

CPT ist auf eure Gebete und Spenden angewiesen. Heute erhalten wir Unterstützung und Teilnehmende aus vielen verschiedenen christlichen Hintergründen, z.B. Katholiken, Baptisten und Presbyterianer. Viele unterschiedlichen Kirchenverbände und Gruppen haben sich verpflichtet, diese Arbeit mitzutragen. 

Tausende von Einzelpersonen und Hunderte von Gemeinden leisten den mit Abstand größten Teil unserer finanziellen Unterstützung. Einen kleineren Anteil erhält CPT durch Zuschüsse und Stiftungen. CPT weigert sich prinzipiell, Geld von Regierungen oder regierungsnahen Behörden und Organisationen anzunehmen. Alle CPTer sammeln Spenden in ihren Gemeinden und Gemeinschaften zur Unterstützung ihres Friedensdienstes. Der jährliche CPT-Finanzbericht ist auf Anfrage einzusehen.

5. Bekommen CPTer eine finanzielle Entschädigung?

Alle unsere Vollzeitmitarbeitenden erhalten eine monatliche Unterstützung zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse. Sie bekommen keinen regulären Verdienst, müssen aber auch keine finanziellen Verluste hinnehmen. Teilzeitmitarbeitende erhalten keine finanzielle Unterstützung, da sie im allgemeinen anderweitige Verdienstmöglichkeiten haben (durch ihren Beruf und ihr Leben außerhalb von CPT). CPT erwartet, dass sie einen bestimmten Anteil an Spenden aufbringen, um damit die Kosten ihres Engagements zu decken. 

Ron Sider's Herausforderung

Die Geschichte von CPT 

1984 forderte Ron Sider die Versammlung der Mennonitischen Weltkonferenz in Straßburg, Frankreich, mit folgenden Worten heraus: 

„Durch 450 Jahre unserer Geschichte, einer Geschichte des Martyriums, der Wanderungen, aber auch der missionarischen Verkündigung, hat der Gott des Friedens uns Täufer darauf vorbereitet, den Geschehnissen des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts zu begegnen. Die nächsten zwanzig Jahre werden die gefährlichsten, vielleicht die bösartigsten und gewaltsamsten Jahre in der Geschichte der Menschheit sein. Wenn wir bereit sind, das Kreuz auf uns zu nehmen, wird Gottes versöhnendes Volk den Lauf der Weltgeschichte tiefgreifend beeinflussen.

„Dies könnte unsere Stunde sein. Niemals brauchte die Welt unsere Botschaft mehr als jetzt, und niemals auch war sie offener. Jetzt ist die Zeit, alles zu wagen für unseren Glauben, dass Jesus der Weg zum Frieden ist. Wenn wir das immer noch glauben, dann ist jetzt die Stunde, das zu leben, wovon wir immer geredet haben.

„Noch eins ist nötig: Wir müssen das Kreuz auf uns nehmen und Jesus nach Golgatha folgen. Wir müssen uns vorbereiten, zu Tausenden zu sterben. Die an den Frieden durch das Schwert glauben, haben nicht gezögert in den Tod zu gehen. Stolz und tapfer gaben sie ihr Leben. Immer wieder opferten sie ihre eigene hoffnungsvolle Zukunft der tragischen Illusion, dass es nur noch diesen letzten gerechten Kampf brauche, um Frieden zu schaffen. Für ihre Familie, für Gerechtigkeit und für den Frieden gaben Millionen ihr Leben hin.

„Wenn wir Mennoniten nicht bereit sind, zu Tausenden zu sterben in dramatischen und wirksamen neuen Taten für Frieden und Gerechtigkeit, dann sollten wir betrübt zugeben, dass wir nie wirklich meinten, was wir sagten. Früher war das klar; in früheren Jahrhunderten starben wir für unsere Überzeugungen. Aber heute sind wir weich und bequem geworden. Wir hängen an unserem Überfluss und an unserem guten Ruf.“

Video

Gene Stoltzfus 1940-2010 - presente!

11 März 2010 - Fort Frances, Ontario

Am Mittwoch, dem 10. März 2010, starb der Gründungsdirektor von Christian Peacemaker Teams, Gene Stoltzfus, an einem Herzinfarkt in Fort Frances, Ontario beim Radfahren in der Nähe seiner Wohnung. Er hinterlässt seine Frau Dorothy Friesen. Viele FriedensstifterInnen, die durch die Begegnung mit ihm und von seinem Beispiel inspiriert waren, bedauern diesen Verlust. 

Gene spielte eine Schlüsselrolle bei der Gründung von CPT im Jahr 1986. Zwei Jahre später wurde Gene der erste Direktor der neu gegründeten Organisation und blieb 16 Jahre lang in dieser Tätigkeit. In den Anfangsjahren experimentierten Gene und der CPT Leitungsausschuss mit verschiedenen Ansätzen, um Christen in die Friedensarbeit einzubinden.

Während der frühen 90er Jahre zeigte er Wege auf, um die Vision und Praxis der nachhaltigen Zusammenarbeit in Situationen tödlicher Konflikt umzusetzen. Er leitete CPT durch eine Phase des Wachstums und der Reifung als Organisation.

Gene_Stoltzfus
Gene Stolzfus unterrichtet in einem
Gymnasium in Wetzlar.

 

2004 ging Gene in den Ruhestand, setzte aber seine friedensstiftende Arbeit fort -- durch gewaltfreie Aktionen sowie Vorträge und Organisationsarbeit in den USA, Kanada und der ganzen Welt. Erst in seinen letzten Lebensjahren verbrachte er nun vermehrt Zeit in Fort Frances mit Dorothy. Er schrieb regelmäßig Blog-Einträge, setzte sich für verbesserte Beziehungen zwischen Kirchengemeinden und Ureinwohnern ein und betätigte sich handwerklich, um Möbel und Schmuck aus Holz und andere Gegenstände aus dem Wald in der Nähe seiner Wohnung herzustellen.

Sie können eine längere Biographie von Gene lesen unter http://www.cpt.org/speakers/gene_stoltzfus (Englisch).

Material

Hier finden sich Plakate und Flyer, die man ausdrucken und verteilen kann.

Es ist auch möglich sie vom Büro zu empfangen durch einfach eine E-mail zu senden.

Siehe im Menü, rechts -->.

Flyer

Hier sind deutschsprachige Faltblätter um selber aus zu drucken und zu verteilen. Es ist auch möglich sie vom Büro zu empfangen. Dafür, oder für eine hohere Auslösung der digitale Datei, kann man emailen.

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Flyer 1.3-med.pdf3.09 MB
Flyer 1.3-page001.png536.61 KB
Flyer 1.3-page002.png518.18 KB

Poster

Zu Benützen entweder farbig oder schwarz-weiss, mit kurze Informationen über vier von den wichtigsten Projekten, mit Daten der Info-Reisen, die schon bekannt sind. Drucken und aufhangen. Überall.

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CPT_Delegations_Poster.pdf3.94 MB
CPT_Delegations_Poster.png1.02 MB

Bericht aus dem Einsatz im Kurdisch Nordirak 2010

 

Während die USA sich aus dem Irak zurückziehen und behaupten, das Land wird unabhängig und der Krieg sei vorbei, herrscht im Irak selbst eher eine Stimme der Unsicherheit. Im nordöstlichen Grenzgebiet tobt ein unsichtbarer Krieg zwischen dem Iran, der Türkei und kurdischen Rebellengruppen, aus dem bereits Tausenden von Menschen vertrieben wurden. Die politische Entscheidungsfähigkeit der irakischen Zentralregierung ist seit der Wahl im März 2010 völlig zum Stillstand gekommen. Währenddessen erhöhen sich die Zahlen von Bürgeropfern; die Spannungen zwischen Kurden und Arabern steigen und die Einmischung der Nachbarstaaten wird stärker.
Unter diesen Umständen setzt Christian Peacemaker Teams ausgebildete Teams von Freiwilligen ein, die gewaltfreie Initiativen für Frieden und Gerechtigkeit unterstützen. CPT arbeitet im Kurdisch Nordirak mit Gruppen von Vertriebenen zusammen, die eine gerechte Lösung fordern. CPT unterstützt lokale JournalistInnen und MenschenrechlterInnen und erstattet Berichten aus erster Hand. Im Sommer 2010 hat CPT einen Bericht veröffentlicht, in dem sie durch Interviews mit Irakern aus dem ganzen Land die amerikanische Version der irakischen Zukunft hinterfragen.
Marius van Hoogstraten (24) ist teil des Irak-Teams und war in diesem Sommer zwei Monaten im Einsatz. Er wird unterstützt vom Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee (DMFK) und berichtet in Gemeinden über seine persönliche Erlebnisse, die Schlüsse des Berichts und die Möglichkeiten, uns als Christen gewaltfrei einzumischen in Krisengebieten.

Informationsreisen (Delegations)

Informationsreisen sind der erste Schritt zur Mitarbeit bei CPT.

Christian Peacemaker Teams sendet Gruppen von Friedensstifter für eine begrenzte Zeit (10 bis 14 Tage) in Krisenregionen auf der ganzen Welt. Diese Informationsreisen (Englisch: Delegations) bringen Gemeinschaften, die Gewalt erleiden, in Verbindung mit besorgten Personen, Kirchgemeinden und Gruppen. Sie geben den Teilnehmenden die Möglichkeit, aus erster Hand CPTs Experiment in aktive Friedensarbeit, gegründet in der verwandelnde Kraft der biblische Gewaltfreiheit, zu erleben.

An Informationsreisen können alle interessierten Personen teilnehmen! Ein spezielles Training ist nicht erforderlich. Fülle einfach das Bewerbungsformular aus. Informationsreisen sind auch der erste Schritt für diejenigen, die erwägen, sich dem Kreis der Aktiven oder der Bereitschaftsteams anzuschließen und an Projekten zum Gewaltabbau mitzuarbeiten. Bewerbe dich hier (Eng.).

CPT verfügt über begrenzte Ressourcen, um Bewerber zu unterstützen, die ansonsten nicht mitarbeiten könnten. CPT verpflichtet sich, gegen Rassismus einzutreten und deshalb werden in erster Linie solche Bewerber finanziell unterstützen, die selbst unter Rassismus leiden müssen.

Auch das Deutsche Mennonitische Friedenskomitee (DMFK) kann Interessenten dabei hilfen, finanzielle Unterstützung für eine Reise zu finden. Schreibe dafür dem DMFK eine Email: info(at)dmfk.de.

Teilnehmer der Informationsreisen möchten:

 

CPT sucht Personen mit:

 

Teilnehmende sollten bereit sein:

 

Von den Teilnehmenden wird erwartet, dass sie einen Teil der Finanzen zur Deckung der Reisekosten aufbringen. Diese Kosten beinhalten alle Reisekosten im Zielland, einfache Unterkunft, 2 bis 3 Mahlzeiten täglich, Honorare und andere Kosten für die Reise.

Für Europäer betragen die Kosten:

Info-Reise Palästina/Israel in deutscher Sprache

Info-Reise Palästina/Israel

In deutscher Sprache - 6.-19. September 2011


Neben den Teams ausgebildeter Friedensstifter im Dauereinsatz gibt es regelmäßige Info-Reisen in die Krisengebiete.  In Begegnungen und Gesprächen lernen Teilnehmende die Realität in einem Konfliktgebiet kennen.  Nach der Rückkehr berichten sie von den Erfahrungen in ihren Gemeinden.  Teilnahme an einer Info-Reise ist Voraussetzung für ein CPT-Training und Bewerbung als Mitarbeiter/in eines Friedensstifter-Teams.

Interessierten können das Anmeldeformular ausfüllen und es cpt@dmfk.de senden.

Reiseplan

Vor Abreise
      - Gemeinsames Vorbereitungsseminar (29-31 Juli, Hauptstr. 86, Bammental)
      - Aufbau der Unterstützer- und Spendenkreise
6. September 2011
      Anreise in Tel Aviv
6. - 19. September 2011
      - Begegnung mit lokalen Friedensstiftern
      - Beteiligung an der gewaltmindernden Arbeit
von CPT in Hebron und At-Tuwani
      - Beteiligung an „öffentlichem Zeugnis“ in
Solidarität mit lokalen Initiativen
      - Besuch lokaler Organisationen,
Gemeinschaften und Familien
      - Berichterstattung für den Unterstützerkreis
      - Tägliches gemeinsames Gebet und Reflektion
19. September 2011
      Abreise aus Tel Aviv
Nach Rückkehr
       - Nachbesprechung
(15. - 16. Oktober)
       - Berichterstattung in den unterstützenden
Gemeinden und Gruppen

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Inforeisenformular.doc34 KB

Spenden

 Spendenkonto:

Spenden zur Weiterleitung an CPT können auf das Konto des Deutschen Mennonitischen Friedenskomitees überwiesen werden. 
Kreissparkasse Heilbronn,
IBAN: DE46 6205 000 000 212 400 69
BIC:   HEISDE66
BIC:   HEISDE66
Spendenzweck: CPT Europa

 

Spenden für CPT - eine Investition in den Frieden

Zum Vergleich: Die Militärs in Kanada und den USA geben US$ 150,000 bzw. Cdn$ 220,000 pro Soldat und Jahr aus, um in der Lage zu sein, Kriege zu führen bzw. „Frieden zu erhalten“.
Genauso sind finanzielle Ressourcen nötig, damit christliche Friedensstifter in von Gewalt belasteten Regionen für einen gewaltfreien Frieden arbeiten können: für Reisekosten, für die Finanzierung des Lebensunterhalts und für Kommunikation. Allerdings betragen die Kosten für einen Friedensstifter nur 10% der Kosten für einen Soldaten. Und unsere Teams sind um einiges effektiver, wenn es um den Abbau von Gewalt und einen Beitrag zu wahrem Frieden und anhaltender Sicherheit geht.


Wofür werden Spenden benötigt? Hier einige Beispiele (in US Dollars):

Kolumbien

 
Unterstützung für einen Vollzeitmitarbeiter im Projekt $400/Monat
Instandhaltung von Boot und Motor
$500/Jahr
Digitale Videokamera $600
Gegen Moskitos schützendes Zelt
$150
Isolierender Schlafsack
$80
Farbdrucker $30
Photopapier $30
 

Hebron

 
Pre-paid Cards für Mobilfunk, Teamkommunikation im Projekt
$300
Miete für die Teamunterbringung
$200/Monat
Kosten für 1 freien Tag/Woche je Teammitglied
$20/Person

Unterstützung für einkommensschwache TeilnehmerInnen an Info-Reisen

$1,800/person
 

Irak

 
Unterstützung für einen Vollzeitmitarbeiter im Project
$400/Monat
Notebook $1,000
Sprachunterricht $400/Monat und Person
Digitalkamera $300

Digitale Videokamera

$600
 

Allgemeiner Bedarf in den Büros in Toronto und Chicago

 
Kosten für Ferngespräche $300/Monat
Vierteljährlich erscheinender Infobrief "Signs of the Times" ("Zeichen der Zeit") $2,000/Ausgabe
CPT Uniformen:
50 blaue Hemden
jeweils $10, insgesamt $500
50 rote Schildkappen jeweils $10, insgesamt $500
Reisekosten der Mitglieder des Lenkungsausschusses
$200
Toner für Kopiergeräte $150
Hochgeschwindigkeits-Internetzugang $60/Monat


 

Laufende Kosten für Vollzeitmitarbeiter

 
Zahnärztliche Regeluntersuchungen für vollzeitig tätige Freiwillige
$125/Person
Heimreise, um Weihnachten mit der Familie zu verbringen
$200

CPT Irak

Twranish was destroyed during the Anfal campaign, attacked multiple=Schon im Oktober 2002, sechs Monate vor dem Beginn des von den USA angeführten Irak-Krieges, beschloss CPT, ein Team nach Irak zu entsenden. Das Team war Zeuge seit Anfang des Krieges und erlebte die Bombardierung Bagdads, die darauffolgende US-Besatzung und die sich verschlechternde Sicherheitslage in Bagdad.

Der Schwerpunkt des Teams in den ersten achtzehn Monaten nach der Invasion war die Dokumentation von Häftlingsmisshandlungen und Menschenrechtsverletzungen.

November 2005 wurden die vier CPTler als Geiseln genommen. Während der Geiselhaft wurde der CPTer Tom Fox ermordet; danach wurden die drei anderen CPTer durh einen Militäreinsatz im März 2006 befreit. Nach einer Auswertungsphase verlagerte CPT seine Arbeit Ende 2006 in den kurdischen Norden Iraks (Kurdisch Nordirak).

Seitdem arbeitet das Team in der Stadt Sulaimaniya mit lokalen FriedensaktivistInnen. Sie begleiten Flüchtlinge und Binnenvertriebene, dokumentieren Menschenrechtsverletzungen gegen die Zivilbevölkerung und organisieren Friedens-Trainings unter Kurden, Jezidis und Arabern.

CPT Irak seit 2002

Januar 2009 - Gegenwart

Menschenrechtsberichte und Beziehungsaufbau - das Team:

• lebt in umkämpften Grenzregionen und versucht Flüchtlinge in ihre Heimatdörfer zu begleiten;
• dokumentiert Menschenrechtsverletzungen gegen die Zivilbevölkerung;
• meldet seine Berichte den Vereinten Nationen, Menschenrechtsorganisationen, den Medien und Regierungen;
• verstärkt die Stimmen von Kurden, die zu einer friedlichen Lösung des Konflikts zwischen der Türkei und der PKK aufrufen;

 

Oktober 2008 - Januar 2009

Erkundung und Fürsprache - das Team:
• reist zu Dörfern an der nördlichen Grenze, die von der Türkei, USA und Iran bombardiert werden;
• erkundet die Möglichkeiten, wie man Flüchtlinge begleiten kann;
• tritt für die Rechte der Flüchtlinge ein;
• trifft Regierungsbeamte und Organisationen um Beziehungen aufzubauen;
• erkundet die "umstrittenen Gebiete" Kirkuk und Makhmur;
• dient als Wahlbeobachter während der Provinzwahlen in Khanikin;

 

November 2006 - Sommer 2008

Frieden stiften - CPT arbeitet weiterhin an dem Aufbau einer gewaltfreien Gesellschaft im Irak. In Kurdistan konzentriert sich CPT auf:
• Treffen mit Häftlingen, kurdischen Abgeordneten, Rechtsanwälten, Menschenrechtsgruppen, Binnenvertriebenen, Dienstleistern vor Ort und Regierungsbeamten;
• Trainings über Gewaltfreiheit, Gespräche mit interessierten kurdischen Gruppen und Fortführen der Arbeit mit denjenigen, die das Training schon absolviert haben.
Die Arbeit im Irak ist weiterhin riskant, wie sie es auch für die gesamte irakische Bevölkerung und die Soldaten in der Region ist.

 

April - Oktober 2006

Beratung, Auswertung und Erkundung Nach einer Auswertung der bisherigen Arbeit unter dem Eindruck des Geiseldramas, befürworten irakische Menschenrechtsgruppen, dass CPT im Land bleibt, um seine Arbeit, die Gewalt zu verringern, fortzuführen. CPT erkundet Arbeitsmöglichkeiten in anderen Teilen des Landes und verlagert seine Arbeit im November offiziell von Bagdad nach Kurdistan auf Bitte irakischer Partnerorganisationen. Mit Fremden gesehen zu werden gefährdet die Sicherheit für die irakischen Partner im mittleren und südlichen Teil des Iraks.

 

November 2005 - März 2006

Geiseldrama Vier CPTer werden Ende November entführt. Die Krise endet im März mit dem Mord an CPTer Tom Fox gefolgt von der Befreiung der restlichen drei CPTer in einer Militäroperation.

 

Januar - November 2005

Die Besetzung dauert an Es bleibt gefährlich zu reisen und Angriffe durch Aufständische geschehen täglich. Auf Drängen von irakischen Menschenrechtlern in Karbala reisen die Teammitglieder weiterhin. CPTs beharrliche Präsens und der Aufbau von vertrauensvollen Beziehungen helfen dabei eine Partnerschaft mit Irakis, die ein lokales Friedenstifterteam gründen wollen, aufzubauen.

 

Oktober - Dezember 2004

Die Besetzung dauert an Ein starker Anstieg von Entführungen von Mitgliedern ausländischer Hilfsorganisationen zwingen das Team seine Größe und Sichtbarkeit stark zu beschränken. Unsere irakischen Partner ermutigen das Team in Bagdad zu bleiben, obwohl sie gleichzeitig die mögliche Gefahr anerkennen, die durch CPTs Anwesenheit für sie entsteht.

 

Juni 2003 - September 2004

Die Besetzung dauert an - als Reaktion auf fortwährende Berichte der Familien irakischer Häftlinge, beginnen die CPTer damit:
• den Missbrauch der Gefangenen durch die Koalitionsstreitkräfte zu dokumentieren;
• Irakis darin zu unterstützen Zugang zu Familienmitgliedern in Haft zu erhalten;
• die "Adoptier-einen-Häftling" Kampagne zu starten, bei der Kirchen für irakische Häftlinge eintreten sollen;
• eine Vielzahl von alten und neuen irakischen Menschenrechtsgruppen zu unterstützen, die plötzlich den Raum und die Freiheit haben zu handeln.

 

April - Mai 2003

Nachwirkungen des Bombardements - die Teammitglieder reisen und arbeiteten um:
• die Aufmerksamkeit auf das große Problem der Blindgänger, von dem zu wenig berichtet wird, zu lenken;
• eine alternative Sicht auf die Invasion auf Interviews mit irakischen Freunden basierend zu bieten.

 

März - April 2003

Operation "Angst und Schrecken" - Die CPTler bleiben im Irak um:
• an der Seite von irakischen Familien zu stehen;
• eine alternative Stimme zu den in den Koalitionsstreitkräften "eingebetteten" Reportern zu bieten;
• ihre Körper als Schutzschilder für wichtige zivile Infrastruktur, wie Wasseraufbereitungsanlagen, Kraftwerke und Krankenhäuser zu benutzen.

 

Oktober 2002

Hindert den Krieg - Das Team und nachfolgende Delegationen versuchen:
• das UN Waffeninspektionsprogramm als Alternative zum Krieg zu unterstützen;
• die totbringende Ungerechtigkeit, die aus den US-geführten Sanktionen gegen Irak resultieren, zu offenbaren;
• dem Irak ein menschliches Gesicht zu geben, um den Menschen in den USA verständlich zu machen, dass Saddam Hussein nicht für das ganze Land Irak steht.

Irak-Update: 2.-10. November 2009

CPTnet
8 Dezember 2009
Irak-Update: 2-10 November 2009
Anita David, Peggy Gish, Bob Holmes und Chihchun Yuan waren während dieses Zeitraums im Team.

Montag, 2. November
Gish, David Holmes und ein kurdischer Filmemacher besuchten das Dorf Merkegia, um einen Kurzfilm über die Geschichte des Dorfes und die Auswirkungen der türkischen militärischen Niedrigflieger auf die Dörfer zu drehen.

Dienstag, 3. November
Gish und Holmes besuchten Kani Mases Bürgermeister. Als sie ihn fragten, ob es andere von den Bombardements betroffene Dörfer gebe, die CPT besuchen sollte, sagte der Bürgermeister, dass die Leute die Dörfer nicht wegen der Bombardements verließen, sondern wegen der Kämpfe in den Bergen zwischen die Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) und dem türkischen Militär. Er erklärte, das türkische Militär verursache keinerlei Probleme , sie koordinierten ihre Handlungen mit der Peshmerga und hätten gute Beziehungen mit der kurdischen Regionalregierung (KRR).

Als er nach den Tiefflügen türkischer Militärflugzeuge über den naheliegenden Dörfern am 13., 14. und 15. Oktober 2009 gefragt wurde, sagte der Bürgermeister, diese Flüge seien normal und die Leute seien daran gewöhnt. Als er gefragt wurde, ob heute zu ihren Dörfern zurückkehrende  Menschen in Gefahr seien, sagte er: „Die Dörfer sind sicher. Der Grund warum sie nicht zurück wollen, ist dass das UN ‘Öl für Essen‘ Programm sie faul gemacht hat und sie warten lieber auf die Essensausgabe. Die KRR und die Stadtverwaltung haben Schulen und Betonhäuser gebaut und Bewässerungsanlagen gebaut. Es ist noch nicht perfekt: sie bekommen viel Hilfe und dennoch gehen sie nicht zurück.“

Holmes und Gish besuchten ein Dorf in der Nähe von Kani Mase. Die Dorfbewohner sagten, die Menschen kämen nicht zurück, weil die Tief- und Kreisflüge sie beängstigten; die Straßen seien beim Winterregen unpassierbar; die Kinder gingen zu außerhalb gelegenen Schulen oder Universitäten, und reichere Familien suchten sich woanders eine neue Heimat.

Auf die Frage nach den naheliegenden türkischen Außenposten antworteten sie: “Wir wollen nicht, dass irgendjemand alles was wir tun beobachtet. Wir wollen ohne Angst zu jedem Dorf gehen können. Wenn ein Tier sich heutzutage von den anderen entfernt gehen die Bauern nicht, um sie zu suchen. Wenn sie es täten, könnte das türkische Militär sie erschießen.

Sonntag, 8. November
Gish und Yuan gingen zum Sulaimani Gouvernement, um den stellvertretenden Gouverneur zu treffen. Das Team bat um Erlaubnis der Gouvernements-Notfall-Zelle (GNZ) beizutreten, deren Ziel es ist, die Befugnisse der lokalen Autoritäten, um auf die Vertreibung zu reagieren, zu stärken - und andere Grenzdörfer  zu besuchen. Er lehnte beide Bitten ab. Ein Grund für die Ablehnung war mit der Verhaftung dreier Amerikaner, die von iranischen Behörden an der Grenze zwischen der KRR und dem Iran verhaftet wurden, verbunden.

Dienstag, 10. November
Yuan und David besuchten die Bürgermeister von Sangesar und Zharawa, um etwas über die Zuwendungen, die intern vertriebene Personen (IDPs) durch die KRR und die Regierung des Iraks (RdI) erhalten. Im Jahr 2008 gab die RdI jeder IDP-Familie eine Millionen irakische Dollar. Das Team fand heraus, dass die IDPs (120 Familien) nur 450.000 irakische Dollar erhalten hatten. Der Bürgermeister erklärte, dass die IDPs nicht die richtigen Formulare ausgefüllt hatten, weshalb das Geld nach Bagdad zurückgeschickt worden war. Später erfuhr das Team von den IDPs, dass sie im November 2008 echte Ausweise mitgebracht hatten. Die Behörden hatten ihnen erklärt, dass sie die Hälfte des Geldes im nächsten Monat erhalten sollten, aber das Geld kam nie.

IRAK: Erschütternde Einblicke in Geschichte und aktuelle Situation der Kurden im Nordirak

CPTnet

28. November 2009

Irak: Erschütternde Einblicke in Geschichte und aktuelle Situation der Kurden im Nordirak

von Peggy Gish

“Wir wollen Sicherheit und fordern, dass unsere Nachbarländer unserem Land und unseren Dörfern fern bleiben.” Das sagte eine Gruppe von zwölf Männern, die vor türkischen Bombardierungen rund um Terwanish im Nordirak geflüchtet waren, zu einer CPT Informationsreise von internationalen Friedensaktivisten. Türkische Kampfflugzeuge seien in geringer Höhe über Ihr Dorf geflogen, um die Menschen zu terrorisieren. In geringer Entfernung seien immer wieder Dörfer bombardiert worden. Die Männer beklagten den Verlust Ihrer Existenzgrundlage und der traditionellen Lebensweise.

Zehn Tage lang arbeitete die internationale CPT Informationsreise Seite an Seite mit dem CPT-Irak Team. Sie besuchten die Grenzregionen und hörten den Menschen zu, wenn sie von den Auswirkungen der türkischen und iranischen Bombardements in ihren Dörfern berichteten. Die Informationsreise-Teilnehmer nahmen an Versammlungen der Einheimischen teil, wo diskutiert wurde, wie man offizielle Stellen dazu drängen könnte, sich für sie einzusetzen. Die Gruppe sammelte Informationen, erstellte eine Dokumentation und berichtete über Menschenrechtsverletzungen in diesen Regionen.

Bei einem Treffen mit Vertretern des politischen Flügels einer der türkischen Rebellengruppen fragte CPT, welche Hilfe sie vom amerikanischen Volk erwarteten. Einer der Vertreter antwortete: “Wenn ihr aufhört, uns Probleme zu machen, brauchen wir keine Hilfe von euch”. Als US-Delegierte sich verwundert äußerten, dass es mehr als zwölf türkische Militärstützpunkte innerhalb der irakischen Grenzen gebe, antwortete ein kanadischer Teilnehmer: “Wie können sich Amerikaner darüber wundern, da die USA doch mehr als 800 Militärbasen auf der ganzen Welt haben, davon mindestens vierzehn im Irak?”.

Anna Bachmann und ihre Mitstreiter bei “Nature Irak”, einer Umweltschutzorganisation im Irak, berichteten, dass sie seit 2006 etwa 60% der Feuchtgebiete wieder hergestellt hätten, die Saddam Hussein trockenlegen liess. Allerdings sei das Wasser wie überall im Irak stark mit einem “Giftcocktail” belastet. Iran und die Türkei benutzen Wasser außerdem als politisches Druckmittel, indem sie Dämme an gemeinsam genutzten Flüssen errichteten und so den Wasserzufluss in den Irak verringern.

Beim Besuch des Amna Suraka Gefängnismuseums in Suleimaniya setzte sich die Informationsreise mit der kurdischen Geschichte auseinander. Hier wurden durch das Ba’ath Regime hunderte Kurden gefoltert und getötet. Gegen Ende des Besuchs schrie plötzliche eine Frau ihre Trauer heraus und las ein Gedicht an ihre Gefängniswärter. Sie war in diesem Gefängnis mit Ihren Söhnen, die beide später getötet wurden, gefangen gehalten worden. Einige Tage später hörten die Teilnehmer Überlebenden des Chemiewaffenangriffs von Halabja aus dem Jahr 1988 zu. Sie erzählten, wie sie hatten fliehen können und nach ihrer Rückkehr ihre gesamten Familien tot vorfanden.

Diese aufschlussreichen Einblicke in den Überlebenskampf der Dorfbewohner, die vielfältigen Probleme beim Wiederaufbau des Iraks und seiner Gesellschaft sowie die schrecklichen Erfahrungen der Kurden erschütterten die Teilnehmer. Sie reisten mit einem anderen Verständnis, welche Rolle ihre Länder bei diesen Ereignissen spielen, zurück. Sie verstanden den Bedarf an gewaltfreien Alternativen anstelle dieser tragischen Gewaltakte und waren entschlossen, ihre Haltung in Wort und Aktion auszudrücken: “Nie wieder!”

CPT Kolumbien

Christian Peacemaker Teams (CPT) Kolumbien setzt auf Methoden der aktiven Gewaltlosigkeit, um das Reich Gottes zu fördern: eine Welt, die auf Respekt, Gerechtigkeit und Liebe gegenüber dem Feind basiert.

Seit 2001 unterhält CPT ein Projekt in der Region Magdalena Medio in Kolumbien (Landkarten ansehen), wo Campesinos und Campesinas durch den Krieg vertrieben worden waren. Durch die Anwesenheit der Gruppe wurden die Rückkehr und den Wiederaufbau ländlicher Gemeinschaften ermöglicht. Sie dokumentiert außerdem die Menschenrechtssituation der Bevölkerung, um ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen und gibt einen jährlichen Menschenrechtsbericht heraus.

 

Barrancabermeja

Das Projekt wurde von kolumbianischen und internationalen Mitarbeitern von CPT entwickelt und hat seinen Sitz in Barrancabermeja. „Barranca“ liegt etwa neun Busstunden nördlich von Bogota und ist das Zentrum eines Erdölfördergebietes. Dort befinden sich die größten Erdölraffinerien des Landes. Daher wird die Stadt auch „Benzin-Hauptstadt" genannt. Um die politische und wirtschaftliche Kontrolle des Gebietes kämpfen Militär und paramilitärische Gruppen gegen die Guerilla.

Zivilisten geraten nicht nur zufällig zwischen die Fronten; sie werden auch gezielt angegriffen. Besonders gefährdet sind Zivilisten, die politisch aktiv sind oder die Land besitzen, das von besonderem wirtschaftlichem Interesse ist. Seit April 2007 wurden mehr als dreieinhalb Millionen Kolumbianer durch Gewalt oder Androhung weiterer Gewalt von ihrem Land und aus ihren Häusern vertrieben und damit ihrer Existenzgrundlage beraubt.

In der Region gibt es zahlreiche lokale Organisationen, die sich für Gewaltlosigkeit, Soziales und Menschenrechte einsetzen. CPT unterstützt diese einheimischen Gruppen beim Aufbau eines gerechten Friedens. In den letzten Jahren begann CPT außerdem mit der Begleitung bedrohter Menschen in anderen Landesteilen.

Außerdem versucht CPT den kolumbianischen Kampf für Frieden vor Ort und in Nordamerika durch Publikationen und durch Informationsreisen bekannt zu machen.

Internationale Mitglieder von CPT Kolumbien, v.a. aus Nordamerika, sind auch in ihren Heimatländern aktiv. Dort machen sie Öffentlichkeitsarbeit, beeinflussen ihre Regierungen, organisieren oder beteiligen sich an öffentlichen Aktionen und Demonstrationen, und arbeiten mit ihren Unterstützern und anderen in Nordamerika beheimateten Organisationen zusammen. UnterstützerInnen werden ermutigt, sich über Kolumbien zu informieren und an einer veränderten politischen Haltung im Land zu arbeiten. Statt militärischer Lösungen und einer fortwährenden wirtschaftlichen Abhängigkeit Kolumbiens sollen gewaltfreie Ansätze zur Konfliktlösung und der Aufbau von Gemeinschaften und Autonomie gefördert werden.

Bedrohte Gemeinden, Organisationen und ihre Leitung

Bedrohte Gemeinden, Organisationen und ihre Leitung

Auf Grund der Einladung durch die mennonitischen Kirche in Kolumbien begann CPT 2001 mit der Arbeit vor Ort. Zu Beginn wurden umgesiedelte Gemeinden in der Opon Region südlich von Barrancabermeja begleitet. Die Menschen sind aus ihren Häusern geflohen da sie sich durch Paramilitärs bedroht fühlten und haben in der Stadt Schutz gesucht. Aus wirtschaftlichen Gründen und Sicherheitsbedenken haben sie sich jedoch entschieden wieder in ihre Heimat und Häuser  am Opónsee und -fluss zurückzukehren. Dort betreiben sie Landwirtschaft, Fischzucht und Waldwirtschaft um ihren Lebensunterhalt zu sichern.


Zu dieser Zeit haben die Gemeinden CPT angefragt ob es möglich ist eine ständige Vertretung vor Ort zu haben. Dies geschah in der Hoffnung durch internationale Begleitung eine erneute Vertreibung zu verhindern. Die Paramilitärs betreiben ein illegales Kartell zum Diebstahl und Handel von Treibstoff. Dieses Kartell zapft aus den Pipelines der Regierung Treibstoff ab und verkauft es auf dem Schwarzmarkt oder an Kokalabors die es für die Produktion von Kokain benötigen. Früher wurde das Kartell von den FARC Rebellen, die weiterhin in der Region aktiv sind, kontrolliert. Das Militär geht zwar gegen die Rebellen vor, doch die Menschen vor Ort fühlen sich dennoch in ihrer Sicherheit bedroht, da es früher auch zur Zusammenarbeit zwischen den Rebellen und dem Militär gekommen ist.


Die Region, mit in Rot die ÖlleitungSo erleben die Menschen in der Region auch das Militär als eine Gefahr für ihre Sicherheit. CPT verbringt weiterhin mehrere Tage der Woche in der Gegend. Sie besuchen die Menschen die am Fluss leben und fordern von allen bewaffneten Konfliktparteien, egal ob Militärs, Paramilitärs oder Rebellen die Zivilbevölkerung nicht in die Konflikte zu involvieren. Wir verurteilen jeden Verstoß gegen die Menschenrechte, doch trotz unserer Präsenz vor Ort wurden einige Menschen ermordet und Familien mussten umgesiedelt werden. Die Menschen aus den Dörfern berichten davon das ohne unsere Anwesenheit noch mehr Morde passiert wären und es auch zu größeren Umsiedlungen gekommen wäre. Die Gemeinden von Micoahumado, einem Bezirk südlich von Bolivar haben ebenso um eine ständige Begleitung von CPT gebeten und bekommen diese auch. In der Vergangenheit wurden die Einwohner von Micoahumado auf Grund von Massakern und anderen Arten von Gewalt gegen sie für kurze Zeit umgesiedelt. Sie wurden Opfer von Landminen, Verseuchung ihrer Felder durch Pestizide und Erpressung.  Auch wenn sie durch die Verhandlungen mit den Militärs, den Paramilitärs und Rebellen erreicht haben das die bewaffneten Konflikte in ihren Städten und Dörfern beendet wurden, werden ihre Leiter immer wieder Opfer von Todesdrohungen. Wir haben uns an ihren Protesten gegen Landminen, die Verseuchung ihrer Felder durch das Versprühen von Pestiziden und dem Hauptanliegen der Proteste weiterhin auf ihrem Land leben und es bewirtschaften zu können beteiligt.


Für die meisten Kolumbianer die in ländlichen Gegenden leben ist es am Wichtigsten weiter auf ihrem Grundbesitz leben zu können. Um sie in ihren Grundrechten zu unterstützen begleiten und besuchen wir auch andere ländlichen Gemeinden und nehmen an verschiedenen Treffen und Aktivitäten in ganz Kolumbien teil. Außer sehr teuren Militäroperationen investiert die Regierung und der Staat wenig in die Entwicklung von ländlichen Regionen. Zum Beispiel sind viele Orte nur zu Fuß oder mit dem Maultier zu erreichen. In diesen Orten ist dann oft nur der Besuch von einer Grundschule möglich und die Gesundheitsversorgung ist auch sehr schlecht. Auf Grund der Schwierigkeiten ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf den Markt zu bringen und der niedrigen Preise, haben viele kleine Bauern auf den Anbau von Kokapflanzen umgestellt. Durch den von den USA finanzierten „Krieg gegen Drogen“ werden in vielen Gegenden große Gebiete mit starken Pestiziden aus der Luft besprüht um die Kokafelder zu zerstören, dabei werden auch die angrenzenden Felder auf denen kein Koka angebaut wird zerstört. Das Versprühen von Pestiziden ist auch ein Grund für die massenhafte Umsiedlung da die Nutzflächen unbrauchbar sind und es auch zu Gesundheitsschäden bei der Bevölkerung gekommen ist.
Der Anbau von Kokapflanzen zieht verschiedene bewaffnete Gruppierungen an, besonders Paramilitärs und Rebellenorganisationen. Der Kokaanbau und auch andere wirtschaftliche Aktivitäten werden von den bewaffneten Gruppen, egal ob eine illegale Gruppe in Einzelfällen auch legale Gruppe, die die Gegend beherrscht besteuert.
Eine wirtschaftlich lohnende Alternative zum Kokaanbau im Magdalenatal ist das Goldschürfen. Sowohl Gold als auch Kokapaste haben auch in geringen Mengen einen hohen Marktwert und sind mit Maultieren und in Rucksäcken leicht zu transportieren. Aber tausende der Goldschürfer die eine Vielzahl verschiedener Goldminen in der Sierra de San Luca Region betreiben sind ständig gefährdet von ihrem Grundbesitz vertrieben zu werden oder ihren Lebensunterhalt zu verlieren da die Schürfrechte an international operierende Konzerne gegeben werden.


Die Goldgräber haben sich zusammengeschlossen um gegen die Verluste ihres Grundbesitzes und ihre Schürfrechte zu protestieren und wurden Opfer von paramilitärischer und militärischer Gewalt. Im September 2006 wurde ein Mitglied der  Goldschürferföderation vom Militär ermordet. CPT Kolumbien begleitet zur Zeit die Föderation der kleinen Goldschürfer. Zur gleichen Zeit arbeiten wir in einem Netzwerk von kanadischen Organisationen das Lobbyarbeit zur Änderung von kanadischen Gesetzen betreibt. Dieses Netzwerk versucht auch zu erreichen das sich die kanadischen Firmen die in der Region südlich von Bolivar tätig sind an gültige Menschenrechte halten und die lokale Bevölkerung und die Umwelt schützen.


CPT beteiligt sich in der Barrancabermeja Region aktiv an der Arbeit von verschiedenen Organisationen die unter anderem in der Kommunalentwicklung, der Arbeit mit Vertriebenen, in der Arbeit mit Landwirten und vor allem im Bereich von Menschenrechten (Frauen-,  Arbeits-, und Opferrechte) tätig sind. Diese Organisationen waren und sind immer wieder Opfer von Übergriffen durch die Paramilitärs.Wir als CPT werden von diesen Organisationen eingeladen an ihren Veranstaltungen, Protesten und Kampagnen teilzunehmen. Im Gegenzug unterstützen und nehmen sie an von CPT veranstalteten Aktionen und Protesten teil. Die sozialen Organisationen in der Barrancabermeja Region arbeiten sehr eng zusammen und treffen sich zu wöchentlichen Planungssitzungen.

Barrancabermeja und Magdalena Medio Region

Barrancabermeja und Magdalena Medio Region

Barrancabermeja ist eine Stadt mit ungefähr 300 000 Einwohnern und der Sitz der staatseigenen Ölraffinerie, die gleichzeitig die größte Raffinerie Kolumbiens ist. Die Öl- und Viehwirtschaft sind die größten Wirtschaftszweige der Stadt. Barrancabermeja hat einen bedeutenden Hafen am Fluss Magdalena und liegt einige hundert Kilometer entfernt von der Mündung in der karibischen See. Gleichzeitig ist Barrancabermeja die inoffizielle Hauptstadt der Magdalena Medio Region. Barrancabermeja wurde 2000 mit er Unterstützung von lokalen Sicherheitstruppen von Paramilitärs besetzt, nachdem große Teile der Stadt lange von Rebellen kontrolliert wurden. Die Paramilitärs drangen in die Stadt ein, begingen Massaker, Lynchjustiz und vertrieben viele Zivilisten. Neue und veränderte paramilitärische Gruppen gehen, trotz der „offiziellen“ Entwaffnung durch das 2005 von Präsident Alvaro Uribe erlassene Gesetz zur Herstellung von Frieden und Gerechtigkeit, mit der selben Taktik gegen ihre Gegner vor um sie ruhig zu stellen. (Mehr Informationen über das Friedensgesetz kann man im Amnesty International Report über Kolumbien nachlesen (englisch): Das Gesetz garantiert Straffreiheit für Verstöße gegen geltende Menschenrechte.)


Der Name der Magdalena Medio Region kommt vom Magdalena Fluss und bezieht sich auf die Gebiete, einschließlich der Flussniederungen und Bergketten auf beiden Seiten, am Mittellauf des Flusses. Die Gegend ist reich an Bodenschätzen, sehr fruchtbaren Böden, großen Rinderfarmen, Palmenplantagen, Öl- und Gasfeldern sowie Goldminen in Südbolivar. Ebenso wird in verschiedenen Gegenden der Region Kokaanbau betrieben. Aus den Kokapflanzen wird Kokapaste produziert die dann in Drogenlabors zu Kokain weiterverarbeitet wird. Einige kleinere ländliche Gemeinden mussten im Kampf um die Vorherrschaft zwischen Guerilla, Militär und Paramilitär  mehr leiden als Barrancabermeja. Anstatt direkt gegen die Guerilla vorzugehen war es eine übliche Taktik des Militärs und der Paramilitärs durch die Vertreibung der Zivilbevölkerung, der Guerilla ihre Unterstützungsgrundlage zu entziehen
(Mehr Informationen über das Vorgehen der Paramilitärs in der Barrancabermeja und Magdalena Region kann man(auf englisch) im Bericht des Zentrum für International Policy nachlesen: The New Masters of Barranca.)

KOLUMBIEN: "Dieser Rost wird euch anklagen“

CPTnet

2. Dezember 2009

Eine Analyse der Situation in Kolumbien: „Dieser Rost wird euch anklagen“.

Pierre Shantz

Und nun zu euch, ihr Reichen! Weint und jammert über das Elend, das euch erwartet am Tag, an dem Gott Gericht hält! Eure Reichtümer werden dann verfault sein, eure Kleider von den Motten zerfressen, und eure Schätze verrostet. Und dieser Rost wird euch anklagen und euer Fleisch wie Feuer verzehren.

Ihr habt in den letzten Tagen der Welt Reichtum anghäuft. Ihr habt den Leuten, die auf euren Feldern gearbeitet und eure Ernte eingebracht haben, den verdienten Lohn vorenthalten. Das schreit zum Himmel! Ihre Klage ist bis zu den Ohren des Herrn, des Herrschers der Welt, gedrungen.

Euer Leben auf der Erde war mit Luxus und Vergnügen angefüllt. Während der Schlachttag schon vor der Tür stand, habt ihr euch noch gemästet. Ihr habt den Schuldlosen verurteilt und umgebracht, der sich nicht gegen euch gewehrt hat!

Jakobus 5: 1-6

In den vergangenen Wochen erschienen in der durch ihren Enthüllungsjournalismus bekannten kolumbianischen Zeitschrift „Cambio“ Berichte darüber, dass die kolumbianische Regierung reiche Bürger finanziell unterstützt, während arme Kolumbianer auch noch ihren geringen Besitz verlieren. Die Zeitschrift berichtete, dass einige der reichsten Familien Kolumbiens Millionen Dollar erhielten, um damit deren Investionen in die Landwirtschaft zu fördern. Es wurde auch darüber informiert, dass diese Familien zuvor große Geldsummen für den Präsidentschaftswahlkampf von Präsident Uribe sowie für den des ehemaligen Landwirtschaftsministers Andres Felipe Arias 2010 gespendet hatten. Herr Arias war für die Genehmigung der erwähnten Subventionen zuständig.

Zuerst rechtfertigten Präsident Uribe und seine Minister diese Subventionen. Als all dies bekannt wurde, brachten Kolumbianer ihre Bestürzung darüber zum Ausdruck, dass wohlhabende Familien auch weiterhin Gelder von der Regierung erhielten. Gleichzeitig schoben Mitglieder der Regierung Uribe die Schuld auf andere, anstatt selbst Verantwortung dafür zu übernehmen. (Uribe, der nächstes Jahr wieder für die Präsidentschaft kandidieren möchte, sagte sogar, dass in einigen Fällen die Unterstützung zurückbezahlt werden soll.)

Was hat dies mit der Arbeit von CPT in Kolumbien zu tun? CPT ist Teil einer Gruppe von kolumbianischen und internationalen Organisationen, die mit 123 Familien in Las Pavas, einer Kleinstadt in der Provinz Süd-Bolivar, arbeiten. Diese Familien wurden vom Daabon Konzern von ihrem Land vertrieben. Daabon gehört der Familie Davila Abondano, die 2,2 Milliarden Pesos (etwas mehr als 1 Million US Dollar) aus dem erwähnten Subventionsprogramm erhielt. Angeblich bringt Daabon jährlich 120 Millionen Dollar aus der Produktion und dem Export von Gütern wie Bananen, Kaffee, Kakao und Palmöl ein. Sie behaupten, dass sie eine soziale und umweltbewußte Firma seien, da sie organische Produkte anbauten und soziale Dienste für die Orte in ihrer Umgebung bereitstellten.

Die Familien von Las Pavas wurden schon viele Male gewaltsam vertrieben, zuerst von bewaffneten Gruppen und nun von einem großen Unternehmen. 2006 bewarb sich der Ort um ein Darlehen der Staatlichen Landwirtschaftlichen Bank von 234 Millionen Pesos (117 000 US Dollar), um Kakao anzupflanzen, und begannen mit dem kolumbianischen Nationalen Institut für ländliche Entwicklung (INCODER) zu verhandeln, um Eigentumsrechte zu erhalten. Aber am Ende des Jahres kam Jesus Emilio Escobar, der vormalige Besitzer, der zwischenzeitlich aus der Gegend weggezogen war und alle Eigentumsrechte verloren hatte, mit paramilitärischen Truppen zurück und zwang die Menschen in eine Stadt in der Nähe von Buenos Aires zu fliehen. Danach schloss die Firma Daabon mit Herrn Escobar einen Vertrag über das Land ab. Daabon behauptet den Vertrag in gutem Glauben abgeschlossen zu haben, und dass sie nicht wussten, dass eine kleine Gruppe von Bauernfamilien einen berechtigten Anspruch auf das Land hatte. (Der kolumbianischen Verfassung zufolge haben Menschen, die mindestens fünf Jahre lang auf einem Landstück leben und es bearbeiten, das Recht die Eigentumsrechte für dieses Land zu erhalten.) Im Januar 2009 beschlossen die Familien auf ihr Land zurückzukehren, im Vertrauen darauf, dass die Verhandlungen mit INCODER die Eigentumsrechte betreffend erfolgreich sein würden. Daabon ging nun vor Gericht, um einen Räumungsbefehl gegen sie zu erlangen. Am 14. Juli zwang Daabon mit Hilfe des Militärs, der Bereitschaftspolizei und bewaffneter Zivilisten die 123 Familien, Las Pavas zu räumen. Den Familien steht nun ein Rechtsstreit bevor, damit sie ihr Recht auf das Land anerkannt bekommen.

Daabon verkauft Palmöl an den Kosmetikriesen The Body Shop für die Herstellung von Kosmetikartikeln wie Seife und Lotionen. The Body Shop wie auch Daabon behaupten, dass sie sich zur Einhaltung von sozialen und Umweltrichtlinien verpflichteten. In den meisten Reaktionen von The Body Shop und Daabon die Situation in Las Pavas betreffend versuchen diese, ihr Handeln gegenüber dem CPT Team in Kolumbien zu rechtfertigen.

Diese Streitigkeiten um Land sind kein Einzelfall in Kolumbien. 1 % der Bevölkerung besitzt mehr als 50 % des landwirtschaftlich nutzbaren Landes. In einer Zeit, in der Kolumbien der größte Palmölproduzent des amerikanischen Doppelkontinents werden möchte, finden wohlhabendere Familien wie die Davila Abondanoes Mittel und Wege, um staatliche Subventionen zu erhalten und dann ihrerseits Kleinbauern zu vertreiben, ihre „Geldsäcke“ zu füllen und, wie Jakobus schreibt, ein Leben in „Luxus und Vergnügen“ zu führen.

Tadeo Martinez stellt in einem Artikel, den die kolumbianische Zeitschrift „Semana“ am 10. Oktober 2009 veröffentlichte, eine wichtige Frage:

„Die Regierung muss offen sagen, welche Art von Staat sie möchte: einen, in dem die Reichen ... mühelos an staatliche Gelder kommen (zu welchen die Armen durch die Umsatzsteuer viel beigetragen haben), in dem diese aber nur wenige Arbeitsplätze schaffen, gleichzeitig jedoch eine Menge exportieren. Oder einen Staat mit Kleinbauern und solchen mit mittelgroßen Betrieben, die die ganze staatliche Unterstützung erhalten, gleichzeitig in einer arbeitsintensiveren Art und Weise arbeiten und dadurch viel mehr Arbeitsplätze schaffen würden.“

Ich möchte hinzufügen, dass sich nicht nur die kolumbianische Regierung diese Frage stellen muss, sondern auch wir, die wir aus in der nördlichen Hemisphäre gelegenen Ländern kommen. Es ist an der Zeit, die Warnungen des Jakobus ernst zu nehmen. Wollen wir fair gehandelte Waren kaufen, durch die Kleinbauern unterstützt und die Umwelt geschont werden sollen? Oder sind wir damit zufrieden, wenn wir billige Waren kaufen können, die von Großkonzernen importiert wurden, welche alles mit ihrem Betrieb in Zusammenhang Stehende unter dem Gesichtspunkt des finanziellen Zugewinns betrachten, und zwar sowohl die Waren, die sie herstellen, als auch die Menschen, die bei ihnen angestellt sind. Wir können uns nicht einfach zurücklehnen, mit dem Finger auf sie zeigen und denken, dass wir, solange wir keine Bauern von ihrem Land vertreiben, nicht Teil des ausbeuterischen Systems sind. Solange wir diese Waren kaufen, ohne wenigstens etwas Besorgnis zum Ausdruck zu bringen, haben wir nichts anderes getan als Reichtum anzuhäufen. Es ist an der Zeit, unsere Stimme zu erheben und die Geschäftswelt und unsere Regierungen aufzufordern, nicht weiterhin den Reichtum über die Menschen zu stellen. Andernfalls, so ermahnt uns Jakobus, werden „eure Schätze verrosten. Und dieser Rost wird euch anklagen und euer Fleisch wie Feuer verzehren.“

 

Übersetzung: Jürgen Moser, München

CPT Afrika - Region der Große Seen

KashendaDurch eine Reihe von Erkundungsdelegationen stellte CPT zwischen 2005 und 2008 Verbindungen zu Menschenrechtsorganisationen, Friedensgruppen, leitenden Leuten der Zivilgesellschaft und Kirchenführern her, um ein besseres Verständnis des Konflikts in der Region der Großen Seen – besonders im Kongo und in Uganda - zu gewinnen.

Das CPT-Projekt bei Afrikas Großen Seen hat sein Zentrum in Goma, einer Stadt in der Provinz Nord-Kivu der Demokratischen Republik Kongo. Andauernde Gewalt hat 2 Millionen Menschen vertrieben und in den vergangenen 10 Jahren mehr als 5 Millionen getötet. Die Ziele des Projekts sind, lokale gewaltfreie Friedensinitiativen zu unterstützen, internationale Aufmerksamkeit für den Konflikt in der Region zu gewinnen und ökonomische Faktoren zu erforschen, welche die Gewalt dort fortdauern lassen. Das Team hat die Verbindungen zwischen der Gewinnung von Bodenschätzen und dem fortwährenden Konflikt untersucht und hat zu erkunden begonnen, ob Dorfbewohner zu ihren Feldern begleitet werden können.

Rapport 2009 (Englisch) [pdf]

Bilder anschauen

Über das Projekt Afrika Große Seen

2005

Im Herbst 2005 hat CPT eine Erkundungsdelegation von 4 CPT-Leuten nach Burundi und dem Ostteil der Demokratischen Republik Kongo geschickt. Die Gruppe traf sich mit Menschenrechtsorganisationen, Friedensgruppen, leitenden Leuten der Zivilgesellschaft und Kirchenführern, um ein besseres Verständnis des Konflikts im Kongo zu gewinnen und zu klären, ob diese Gruppierurngen ein Projekt zur Gewaltminderung als hilfreich bei ihrem Einsatz für Frieden ansehen würden. Die Delegation war betroffen vom Leiden kongolesischer Frauen, die sie wiederholt darum baten, Informationen über ihre Lage zu verbreiten.

2006

Die ursprüngliche Erkundungsdelegation empfahl CPT, eine Frauendelegtion in die DR Kongo zu schicken. Diese sollte gezielt erkunden, wie kongolesische Frauen durch den Konlikt betroffen wurden, und deren Bemühungen um Frieden und Wandel durch Verstärkung ihrer Stimmen in der internationalen Gemeinschaft unterstützen. Gegen Ende Oktober 2006 reiste eine CPT-Delegation von 11 Frauen in den Osten der DR Kongo; sie wollte dort nicht nur Frauen treffen, die Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe erfahren haben, sondern auch Frauenorganisationen, Menschenrechtsgruppen und Kirchen, die mit diesen Frauen arbeiten. Zu der gemischten Delegation gehörten Frauen aus den USA, der DRK, Kolumbien und Kenia.

Das Rapport der Reise 2006 (Englisch)

Nach bem Besuch der Frauendelegation blieben zwei CPT-Leute noch drei Wochen lang in derGegend, um die Möglichkeit für ein gewaltminderndes CPT-Projekt in der DRK oder Uganda zu erkunden.

2007

2007 verbrachte eine andere Gruppe zwei Monate in Uganda und dem Kongo und frischte die Verbindung zu lokalen Friedensstiftern auf.

Das Rapport der Reise 2007 (Englisch)

2008

Das CPT-Projekt bei Afrikas Großen Seen hat sein Zentrum in der Stadt Goma in der Provinz Nord Kivu der Demokratischen Republik Kongo. Andauernde Gewalt hat 2 Millionen Menschen vertrieben und in den vergangenen 10 Jahren mehr als 5 Millionen getötet. Die Ziele des Projekts sind, lokale gewaltfreie Friedensinitiativen zu unterstützen, internationale Aufmerksamkeit für den Konflikt in der Region zu gewinnen und ökonomische Faktoren zu erforschen, welche die Gewalt dort fortdauern lassen. Das Team hat die Verbindungen zwischen der Gewinnung von Bodenschätzen und dem fortwährenden Konflikt untersuchtt und hat zu erkunden begonnen, ob Dorfbewohner zu ihren Feldern begleitet werden können.

CPT Palästina

CPT Palästina:

Seit 1984 unterhält CPT ein Team in der palästinensischen Stadt Hebron (al-Khalil) im südlichen Westjordanland. Über 30 Jahre begleitet CPT das Bemühen lokaler AktivistInnen in Palästina, die sich gegen die israelische Besatzung mit gewaltfreien Mitteln kämpfen. 

Das Team überwacht die Behandlung der Palästinenser an israelischen Militär-Checkpoints und Straßensperren und interveniert beim gewaltsamen Eindringen der israelischen Armee in palästinensische Häuser. Teammitglieder besuchen, gemeinsam mit israelischen FriedensaktivistInnen, regelmäßig palästinensische Familien, die von israelischen Siedlern schickaniert werden. Sie begleiten palästinensische Kinder auf dem Weg von und zur Schule.

TEXT IM BAU :...

Das Team schließt sich Palästinensern und israelischen Friedensaktivisten an, um  öffentlichen gewaltfreien Widerstand gegen die israelische Bau einer "Sicherheitsmauer", die durch palästinensisches Gebiet schneidet.

schließt sich israelischen Friedensgruppen an, um Olivenhaine, die von Siedlern zerstört werden, neu zu bepflanzen.

Palestinensische Kinder gegenuber bewaffneten israelischen Streitkräften

CPT At-Tuwani

CPT begleitet palästinensischen Hirten, Bauern und Schulkinder in der Gegend um die israelische Siedlung Ma'on und seine Vorposten. Bei mehreren Gelegenheiten haben, Siedler aus Ma'on palästinensische Kinder auf dem Weg von und zur Schule angegriffen.

CPT At-Tuwani:

  • überwacht die Behandlung der Palästinenser auf israelische Militär-Checkpoints und Straßensperren.
  • interveniert bei der Invasion der israelischen Armee palästinensische Häuser.
  • besucht, zusammen mit israelischen Friedensaktivisten, regelmäßig palästinensische Familien, die von israelische Siedlern schickaniert werden.
  • bietet tägliche Begleitung für palästinensische Kinder auf dem Weg von und zur Schule.
  • begleitet palästinensischen Bauern und Hirten in Bereichen, in denen sie Gewalt durch extremistische Siedler ausgesetzt sind.
  • schließt sich israelischen Friedensgruppen an, um Olivenhaine, die von Siedlern zerstört werden, neu zu bepflanzen.
  • schließt sich Palästinenser und israelische Friedensaktivisten an in Akten der öffentlichen gewaltfreien Widerstand gegen die israelische Bau einer "Sicherheitsmauer", die durch palästinensisches Gebiet schneidet.

Weitere Informationen: at-Tuwani on-line

Bilder hier.

CPT Hebron / Al-Khalil

CPT hat ein Team in Hebron seit 1995, als ein Zeugnis für die Notwendigkeit des Friedens in einer heftigen und manchmal verzweifelten Lage.
 Trotz jahrelanger Verhandlungen zwischen der israelischen Regierung und der Palästinensischen Autonomiebehörde, sind Fortschritte in Richtung Frieden nach wie vor schwer.  Mit dem Ausbruch der Al-Aqsa-Intifada (Aufstand), nam die Gewalt in den Straßen von Hebron nur zu.   Amnesty International nannte die israelische Gegenangriff mit Panzern und Raketen "stark übermäßig."
Neue Herausforderungen konfrontierten das Hebron-Team, während sie auf kreative Weise der Gewalt auf den Straßen und die wirtschaftliche Belagerung der besetzten Gebiete anzusprechen suchten.  
Team-Mitglieder boten eine alternative Perspektive, aus erster Hand, für viele ausländische Journalisten, die jenseits der Analyse der Krise von der israelischen und amerikanischen Regierung sehen suchten.
Neben wiederholtem Bombardement ihrer Nachbarschaft, fuhren palästinensische Familien im Bezirk Hebron fort unter den anhaltenden Auswirkungen der militärischen Besetzung zu leiden.  Israelischen Behörden beharren darauf, Land zu konfiszieren um die ausschließlich Jüdische Siedlungen zu erweitern, die Zugang zu Wasserressourcen zu verschärfen und Häuser zu zerstören.

Im Laufe seiner Geschichte hat das Hebron/Al-Khalil-Team sich konzentriert auf:

  • Begleitung von und zur Schule;
  • Dokumentation und Berichterstattung der Menschenrechte;
  • Gewaltfreiheitstrainings;
  • Regelmäßige Besuche bei Familien, die durch Hauszerstörung und Beschlagnahme von ihrem Land bedroht sind.
  • Verbindung mit Palästinensern und israelischen Friedensgruppen, um Kampagnen zu entwickeln, die das wahre Gesicht der Besatzung zeigen.

Bilder hier.

PALAESTINA: Leiter der Info-Reise wird die Einreise nach Israel verweigert

CPTnet

20. Januar 2010

Palästina: Leiter der Info-Reise wird die Einreise nach Israel verweigert

 

[Notiz: Christliche Friedensstifter Teams verzögerten die Veröffentlichung dieser Meldung bis nach der sicheren Abreise der CPT-Informationsreise aus Israel]

 

Am Wochenende des 2.-3. verweigerten israelische Offizielle Bob Gross, einem Leiter von On Earth Peace, und Alice Bartlett1 die Einreise, nachdem sie diese für mehr als zwölf Stunden festgehalten und verhört hatten. Die beiden waren vier Tage vor der Ankunft eines CPT-Informationsreise, welches sie leiten sollte, in das Land gekommen. Sie wollten Treffen und weitere Planungen für den zwölftägigen Aufenthalt der Informationsreise in Palästina und Israel vorbereiten. Nachdem die israelischen Behörden Gross und Bartlett für eine Nacht im Gefängnis des Flughafens Ben Gurion festgehalten hatten, wurden sie zurück in die Vereinigten Staaten geschickt. Außerdem wurde gegen die beiden eine zehnjährige Einreisesperre nach Israel und Palästina verhängt.

 

Die verbleibenden dreizehn Teilnehmer der Informationsreise gelangten am Mittwoch, den 6. Januar 2010 sicher nach Jerusalem. Ein Mitglied es At-Tuwani-Teams übernahm die Leitung der Informationsreise für die nächsten zwölf Tage.

 

Diese fünfte jährliche Nahost-Informationsreise, die unter anderen von On Earth Peace und Christian Peacemaker Teams gesponsert wurde, war, nach dem Blog der Teilnehmer,

 

"ein Eintauchen in die Wirklichkeiten der aktuellen Situation im israelisch-palästinensichen Konflikt. Was sind diese Realitäten? Eine gewaltlose Bewegung ist auf dem Weg, erneut; diese Woche versuchten über tausend internationale Aktivisten, von Ägypten aus nach Gaza vorzudringen, in ihrem Gepäck humanitäre und medizinische Hilfsgüter. Israel baut weiter an einer Trennmauer, welche palästinensische Familien und Gemeinschaften trennt und palästinensisches Land wegnimmt. Israelis leben in Angst vor Selbstmordattentätern. Viele Palästinenser, die unter Blockaden und militärischer Besetzung leben, kämpfen weiterhin ums Überleben, ohne Zugang zu sauberem Wasser, medizinischer Versorgung oder Grundnahrungsmitteln. Einige Israelis und Palästinenser, die von Jahrzehnten blutiger Auseinandersetzungen zermürbt sind, schaffen gewaltlose Wege, um die Situation zu schlichten."

 

Von seinem Wohnsitz in North Manchester, Indiana, aus, reflektiert Bob Gross die Erfahrungen der Verhöre und der Ausweisung. „Während der Zeit, in der wir von israelischen Sicherheitskräften festgehalten wurden, sahen wir viele Menschen, die ebenfalls erneuten Befragungen unterzogen wurden. Fast alle dieser Menschen, die zur Seite genommen wurden, hatten eine dunklere Hautfarbe. Die meisten waren von arabischer und afrikanischer Abstammung. Uns ist klar, dass Alices ägyptische Abstammung wie auch ihre photographische Dokumentation über Palästina im Internet die auslösenden Faktoren in der Entscheidung der Behörden über unsere Ausweisung waren. Zu diesem Rassismus kommt noch die Furcht der israelischen Regierung vor allem, was Gleichheit oder Menschenrechte für die Palästinenser zu schätzen scheint. Dies bedeutet, dass diejenigen von uns, die sich in gewaltlosen Friedenseinsätzen engagieren, als Drohung wahrgenommen werden.

 

Im vergangenen Jahr hat die israelische Regierung die Einreise für internationale Reisende nach Palästina und Israel zunehmend erschwert. Zwei vollzeitlichen CPTlern des At-Tuwani-Teams wurde im vergangenen Herbst die Einreise untersagt.

 

Für einen Reisebericht der Info-Reise vom 6.-18. Januar 2010, siehe

http://mideastdelegation.blogspot.com/


1 Name geändert, um weitere Untersuchungen bei späteren Reisen nach Nahost zu verhindern.

PALAESTINA: Eine Mütze Voll Schlaf


von Christopher, CPT Reservist, Dezember 2010

 

“Its been a hard day's night, and I should be sleeping like a log”.

(Lied von den Beatles: “Es ist abends nach einem schweren Tag und ich sollte wie ein Murmeltier schlafen können”)

 

Letzte Woche habe ich damit angefangen, einige der alten Beatleslieder herunterzuladen, von denen ich nicht mehr wusste, dass ich sie in meiner Sammlung besaß und dabei fiel mir auf, dass ich wie ein Murmeltier geschlafen hatte trotz der folgenden Umstände:

  1. a)Ein bewaffneter israelischer Soldat stand weniger als 30 Meter entfernt und “wachte” über unsere “Sicherheit” und natürlich die der angrenzenden jüdischen Siedler. Sein Funkgerät war ständig am Knistern, seine Wachhunden am Bellen und seine Kameraden der israelischen Besetzerarmee arbeiteten in den Baracken, etwa 75 Meter entfernt;
  2. b)Die CPT-Wohnung in der Altstadt von Al-Khalil/Hebron liegt am Hühnermarkt, wo jede Nacht ständig die Hähne krähen;
  3. c)Es war mein 15. Bett in 40 Nächten.

Wie dem auch sei, ich hatte beschlossen, hinzuhören und meiner Berufung zu folgen und so schlafe ich bereitwillig unter solchen Umständen, ganz im Gegensatz zu vielen um mich herum hier in Hebron/ Al-Khalil oder wo ich normalerweise schlafe in At-Tuwani in den Südhügeln von Hebron. Wenn mein Visum ausläuft oder wenn ich mich nicht länger gerufen fühle, diese Arbeit zu tun, kann ich zurückkehren zu meinem sicheren Bett in meiner Wahlheimat Hamburg.

Lasst uns einen Augenblick über diejenigen nachdenken, die in denselben Betten für die letzten zehn, 20, 43 (1967: Beginn der israelischen Besetzung der Westbank) oder gar 62 Jahre (1948: Gewalt und Vertreibung während der Gründung des Staates Israel) geschlafen haben, aber weder zu Hause noch sicher in ihren Betten schlafen können. Ihre Nachtruhe ist bedroht durch die israelische Besatzung, durch Hauszerstörungen in den frühen Morgenstunden, abendliche Angriffe der israelischen Armee oder extremistischen jüdischen Siedlern, die in ihre Dörfer einfallen oder ihre Felder und Bäume zerstören.

Und dann natürlich, lasst uns an die Millionen Palästinenser denken, die in den verschiedenen Flüchtlingslagern leben, seit sie 1948 und 1967 aus ihrer Heimat vertrieben wurden und durch die Gewalt der Siedler oder der Beseitigung des israelischen Militärs gezwungen wurden, eine neues Zuhause zu finden.

Laut dem United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs in occupied Palestinian territories (UN OCHA) befinden sich in der südlichen Region, wo zwei CPT-Teams sind, zehn der 22 am meisten gefährdeten palästinensischen Bevölkerungen, bedroht durch die Gewalt der israelischen Siedler (siehe Tafel, unten). Angrenzend an das CPT-Haus in At-Tuwani, sind die kleineren Ortschaften von Humra, Kharoubeh, A-Sarura und A-Sfay schon von der israelischen Armee beseitigt worden. Gewalt von den jüdischen Siedlern vor und nach der Vertreibung haben verhindert, dass die Dorfbewohner zurückkehren konnten. Einige von ihnen leben nun in At-Tuwani oder der nächst größeren Stadt Yatta.(1)

Das palästinensische Dorf Khirebet Susiya, etwa neun Kilometer südlich von At-Tuwani, mit dem CPT ebenfalls verbunden ist, wurde mehrmals in den Jahren 1987, 1999 und 2001 zerstört und ihre Bewohner vertrieben. Die stolze Bevölkerung von Khirebet Susiya weigert sich, ihr Land aufzugeben. Sie würden lieber in Zelten leben als gezwungen zu werden, noch mehr Land der nahegelegenden israelischen Kolonie zu überlassen. Die Menschen von Khirebet Susiya mögen nicht ruhig schlafen, aber sie sind ihrer Heimat so nahe wie möglich.

Eins der Betten, in den ich letzte Woche schlief, befand sich in dem UN-Flüchtlingslager Ayda in Bethlehem. Wie viele ihrer Bewohner träumen davon, in ihre zerstörten Dörfer (in Israel) zurückzukehren? Wie viele von ihnen haben Albträume, dass extremistische Zionisten sie eines Tages aus ihren Betten im Ayda-Flüchtlingslager vertreiben werden, aber dieses Mal nach Syrien, Ägypten, Saudi Arabien, Irak, Libanon oder Jordanien?(2)

Wenn ich bete und mich besinne, fühle ich die Gegenwart Jesus, der wieder erschienen ist, mich persönlich zu lehren. Und er lehrt mich die Unterdrückung zu beseitigen und mitzuhelfen, Gottes Reich der Liebe und des Friedens zu errichten, das auf Gerechtigkeit gebaut ist. Ich bin gerufen, mit der Bevölkerung von At-Tuwani und der Südhügel von Hebron und der Stadt Al-Khalil/ Hebron zu gehen, zu leben und zu schlafen, genau, wie Jesus mich aufruft zu tun. Dieses Reich wird eines sein, wo wir alle wie ein Murmeltier schlafen können, ohne Furcht.


(1) “Oktober und November 1999 erhielten die meisten der Höhlenbewohner einen Räumungsbefehl mit der Begründung des “illegalen Aufenthalts in einer gesperrten militärischen Zone”. Am 16. November 1999 haben militärischen Einheiten die Bewohner gewaltsam vertrieben. Die Armee versiegelt die Höhlen, die als Behausungen dienten, zerstörte die Wassertanks, vertrieb die Schafs- und Ziegenherden und beschlagnahmte Zelte und anderes Privateigentum, vor allem Matratzen, Decken und Nahrung. Insgesamt wurden etwa 700 Menschen vertrieben."
(2) Es gibt einige Zionisten, die immer noch glauben, dass Teile des heutigen Jordaniens und Ägyptens zur biblischen Heimstätte von Eretz Israel gehöre und dass die Araber (Pälastinenser) “ermutigt” werden sollten in die arabischen Staaten von Syrien, Irak, Libanon und Saudi-Arabien auszuwandern.

 

 

Anhang der höchst gefährdeten Gemeinschaften im Hebron Verwaltungsbezirk in der Westbank

 

Auszug vom Bericht der UN OCHA, November 2009

(10 der insgesamt 22 der gefährdesten Gemeinschaften in der Westbank befinden sich in der Hebronregion, in der CPT arbeitet)

Gemeinschaft

Bevölkerung

Region

( CPT Team)

Gefährdungsgrund

(israelische Siedlung)

Al Bweira

450

Hebron,

(Hebron/Al-Khalil)

Kharsina

At-Tuwani

350

South Hebron Hills

(At-Tuwani)

Ma'on und Havat Ma'on outpost

Bab Al Zawiyeh Region

(Hebron Stadt - H1)

4,000

Hebron,

(Hebron/Al-Khalil)

Tel Rumeida und Beit Hadasa

(Beit Ummar, westliche und nördliche Zonen)

800

Hebron,

(Hebron/Al-Khalil)

Bat Ayin

H2 Zone

(Altstadt von Hebron)

35,000

Hebron,

(Hebron/Al-Khalil)

Kiryat Arba und einige Siedlungen in Hebron Stadt

Hareit Al Shiekh Region

(Hebron Stadt – H1)

3,000

Hebron,

(Hebron/Al-Khalil)

Kiryat Arba

Hawouz Region

(Hebron Stadt – H1)

2,500

Hebron,

(Hebron/Al-Khalil)

Haggay

Massafer Yatta

(12 kleinere Ortschaften)

1,200

Südhügel von Hebron

(At-Tuwani)

Ma'on, Suseya, Havat Ma'on (Hügel 833) und Avigail

Susiya

250

Südhügel von Hebron

(At-Tuwani)

Suseya

Umm Al Kher

3,000

Südhügel von Hebron

(At-Tuwani)

Karmel

CPT Kanada

Asubpeeschoseewagong Netum Anishnabek

Das Anishnaabe Volk der Asubpeeschoseewagong (Grassy Narrows im nordwestlichen Ontario) droht seit Jahren mit Protestaktionen, um das seit jeher von ihnen bewohnte Land vor der völligen Abholzung durch Abitibi Consolidated, dem weltweit größten Hersteller von Zeitungspapier, zu schützen. Der 1873 geschlossene Vertrag Nr. 3 bestätigt das zeitlich unbegrenzt gültige Recht der Anishnaabe, auf diesem ihnen traditionell zustehenden Land zu jagen, zu fischen und sich dort zu versammeln. Das Abholzen ohne die Zustimmung der Anishnaabe und das völlige Zerstören des Jagdgebietes und der Versammlungsplätze der Anishnaabe ist ein klarer Vertragsbruch des Vertrags Nr. 3 durch Abitibi.

Am 3. Dezember 2002 machten die Asubpeeschoseewagong ihren Besitzanspruch bezüglich der von ihnen traditionell genutzten Gebiete mittels einer Blockade der für die Holzfällarbeiten wichtigsten Straße in der Nähe ihrer Siedlung sowie mittels sporadischer Blockaden anderer Straßen geltend. Sie baten zudem CPT, bei dieser Blockade anwesend zu sein, weil sie Gewalttätigkeit von Seiten der Holzfäller, der Polizei oder anderer befürchteten. CPTs Anwesenheit bei der gewaltfreien Blockade trug dann dazu bei, dass sie tatsächlich friedlich blieb und lange andauerte.

Im letzten Jahrhundert litt dieses Volk der Asubpeeschoseewagong unter den Folgen der Kolonisation durch das Internatsschulsystem, durch das sie von der Ausrottung bedroht waren; unter der Vertreibung und der Flutung von Land wegen des Staudammbaus durch Ontario Hydro, unter Zwangsumsiedlungen sowie unter einer Quecksilbervergiftung durch eine Papierfabrik flussaufwärts. Und nun leiden sie unter dem Verlust des Lebensraums von Tieren, unter dem Verlust von Beeren und natürlicher Heilmittel infolge der Abholzung.

Außer an den abgelegenen nördlichen Rändern des von ihnen traditionell besiedelten Gebiets in Grassy Narrows wurde das Abholzen vorübergehend gestoppt. Ontarios Ministerium für Natur- und Bodenschätze hat jedoch vor Kurzem einen neuen „Waldmanagementplan“ von Abitibi für den Whisky Jack Wald (eine andere Bezeichnung für das traditionell genutzte Land der Asubpeeschoseewagong) genehmigt. Asubpeeschoseewagongs Anstrengungen zur Verteidigung ihres Landes sind noch lange nicht zu Ende.

Übersetzung: Jürgen Moser

Rundbriefe

Hier erscheinen die Rundbriefe, die seit Februar 2010 auf Deutsch geschrieben wurden.

 

Navigieren kann man rechts ------------>

Wenn man aus versehen auf dem englischsprachigen Menu drückt kommt man nur mit der "zurück"-Funktion im Browser wieder.

Rundbrief 8, Oktober 2010

 

CPT-Rundbrief 8, Oktober 2010

 

Liebe LeserInnen,


Hier ist der achte Christian Peacemaker Teams (Christlicher Friedensstifter Teams, CPT) Rundbrief in deutscher Sprache. Neben den regelmäßigen Berichten in der Brücke und der CPT-Webseite auf Deutsch werde ich Sie/euch hier über Neuigkeiten erzählen und aktuelle Infos über die Informationsreisen (Delegations) mitteilen.


Dieser Rundbrief ist auch der erste seit meinem Rückkehr aus dem Irak, der wieder im normalen Format kommt.


Der Rundbrief wird an alle Interessenten verschickt, die sich dafür eingetragen haben. Wer den Rundbrief nicht empfangen möchte, kann auf diese Email einfach mit "nicht mehr empfangen" antworten. Neue Interessenten können sich eintragen auf cpt@dmfk.de.


(Hinweis: Links in diesem Rundbrief mit dem Zusatz "(E)" weisen auf englischsprachige Seiten)

Themen dieses Rundbriefs:


1. CPT in Geld- und Menschennot!
2. Christopher Hatton (Hamburg) in den Einsatz
3. Anstehende Informationsreisen
4. Aktuelles aus den Einsatzgebieten


1. CPT in Geld- und Menschennot!

Die gewaltmindernde Solidaritätsarbeit von CPT ist in grossem Not! Es mangelt viele Teams an Personal, und das Zentralbudget hat ein großes Defizit.


Vor allem das Team im Irak hat zu wenig Menschen. Meine Kolleginnen Chihchun Yuan und Michele Naar-Obed sind derzeit die einige Vollzeit- bzw. langfristige Mitarbeiter. Wir brauchen viel mehr, um das Team im Leben zu halten. Wenn wir nicht bald neue Teil- und Vollzeitmitarbeiter finden, muss das Team vielleicht eingestellt werden. Ähnliches gilt auch für das Team in Palästina, welches derzeit nur ein Teil der Woche in At-Tuwani anwesend sein kann. Kennen Sie/kennst du jemanden, der/die sich für eine solche Arbeit interessiert? Oder sind Sie/bist du selber interessiert? Schreibe mir eine Email oder rufe mich an auf 06223-970898.


Uns fehlt nicht nur Personal - auch finanziell wird unsere Arbeit ernsthaft bedroht. Das zentrale Budget hat ein Defizit von $98.400 (€70.500). Die Spenden aus Nordamerika, die bisher den größten Teil der Einnamen ausmachten, sind seit der Wirtschaftskrise stark zurückgegangen. Um unser Defizit bis November abzubauen brauchen wir dringend Ihre/deine Hilfe. Bitte spendet bis November an DMFK, BLZ 620 500 00 - Konto: 212 400 69, Stichwort: "CPT International".

2. Christopher Hatton (Hamburg) in den Einsatz

Christopher Hatton, ein Quäker der Hamburger Andachtsgruppe und CPT-Reservist seit Oktober 2009, geht für acht Wochen nach Palästina. "Ich habe ganz Konsequent über Gottes Aufruf und die Friedensarbeit von Jesus gehört," sagt er. "Ich freue mich sehr nochmals mit den Kindern zu spielen, und ihnen etwas Rugby beizubringen."  

"Insha'Allah" wird er ab den 11.11.2010 in zwei Orten in Palästina arbeiten: in der palästinensischen Stadt Al-Chalil/Hebron, und in dem 25 Kilometer entfernten Dorf At-Tuwani, beiden im Westjordanland.
Als freiwilliger Aktivist in CPT hat er eine vielfältige und lernreiche Zeit vor ihm. Er wird oft an Micha 6:8 denken, sagt er: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was GOTT von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott."

Es formt sich in seiner Heimatstadt einen Gebetskreis um ihn im Gebet zu unterstützen, oder, wie die Quäker es sagen, ihn, das Team und alle vor Ort "in dem Licht Christi zu halten."
Er berichtet regelmäßig in seinem Weblog (E).

3. Anstehende Informationsreisen

Es gibt wie vorher viele Möglichkeiten, an einer Informationsreise teilzunehmen. Informationsreisen, oder Delegations auf Englisch, bieten Interessenten die Chance, zwei Wochen lang in ein von den Gebieten zu reisen, wo CPT arbeitet, und vor Ort über die Situation zu lernen, lokalen Gemeinschaften zu begegnen und an gewaltmindernde Solidaritätsarbeit zu beteiligen. Auch wenn zwei Wochen nur eine kurze Zeit sind, ist es dennoch möglich in diesem Zeitraum echte Friedensarbeit zu leisten. Überlege, ob Ihre/deine Gemeinde sich dort von einem Gemeindemitglied vertreten lassen will.

Voraussichtlich den 6.-19. September 2011 gibt es eine Informationsreise nach Israel/Palästina in deutscher Sprache. Vor und nach der Reise kommen die TeilnehmerInnen für je ein Wochenende zusammen. Vor der Reise bereiten wir uns gemeinsam vor und nachher werden die Erfahrungen reflektiert und überlegt, ob und wie die Erfahrungen in Handlungen umgesetzt werden können.
Bei dieser deutschsprachigen Reise gibt es zwölf freie Plätze. Obwohl es noch eine Weile entfernt ist, werden Interessenten ermutigt sich möglichst bald zu melden. Neben allgemeine Interessenten suchen wir zwei TeilnehmerInnen, die zwischen Deutsch und Englisch dolmetschen können. Wir rechnen zurzeit für Flug, Aufenthalt, Vorbereitungsseminar und Nachbesprechung mit Kosten von ca. € 1.500 pro Person. Dolmetscher bekommen eine Ermäßigung.

In Kolumbien sind 2010 keine Info-Reisen mehr geplant. 2011 gibt es folgende Termine: 19. Mai-2. Juni, 14.-27. Juli, 22. September-5. Oktober. Hier unterstützt CPT bedrohte Gemeinschaften und Gewerkschaften in ihren Bestrebungen, für ihre Rechten aufzustehen und inmitten des Bürgerkrieges einen Raum für Frieden und Gerechtigkeit zu schaffen. Kosten sind $1300 US (€ 958), plus Flug nach Bogota.


In Israel/Palästina gibt es 2010 noch eine Info-Reise, den 16.-29. November. 2011 sind folgende geplant: 4.-17. Januar, 8.-21. März, 24. Mai-6. Juni, 19. Juli-1. August, und 15.-28. November. Hier hat CPT zwei Teams, in Hebron und im Dorf At-Tuwani, beides im besetzten Westjordanland. CPT unterstützt palästinensische und israelische Friedensgruppen, Gemeinschaften und Schulen in ihrem gewaltfreien Widerstand gegen die israelische Besatzung und Siedlungspolitik. Kosten sind $ 1250 US (€ 921), plus Flug nach Tel-Aviv.


Im Irak gibt es kommendes Jahr voraussichtlich zwei Möglichkeiten, den 31. März-13. April und den 13.-26. Oktober. Diese Daten können ein Wenig verschoben werden, abhängig von Anreisemöglichkeiten. CPT unterstützt im kurdischen Nord-Irak unter anderem Gemeinschaften, deren Dörfer von der Türkei und dem Iran bombardiert werden. CPT berichtet über die sich entwickelnde Krise und weist Regierungen und Organisationen auf ihre Verpflichtungen. Kosten sind $ 1900 US (€ 1400), plus Flug nach Istanbul.


Für Kanada sind noch keine Daten vorhanden. In Asubpeesocheewagong (Grassy Narrows), Canada, unterstützt CPT Ureinwohner, deren Land von industrieller Ausbeutung bedroht wird. Die Reise wird auch andere Gemeinschaften von Ureinwohnern in der Gegend besuchen. Kosten sind $ 425 (€ 325), plus Reisekosten nach Kenora, Ontario.
Es ist üblich, dass Teilnehmende einen Spendenkreis aufbauen, damit die Gemeinde zuhause beteiligt wird bei diesem Einsatz und Zeugnis. Wenn Interessenten keinen Zugang haben zu einem finanzkräftigen Kreis von Unterstützern, kann das Deutsche Mennonitische Friedenskomitee Hilfe bei der Suche nach finanzieller Unterstützung bieten.

 

Interessenten für Informationsreisen können mir eine Email schicken.
Auf Informationsreisen wird primär Englisch gesprochen.

4. Aktuelles aus den Einsatzgebieten

Es gibt ständig neue Nachrichten von den Teams in Kolumbien, Irak, Nordamerika und Palästina. Ausführliche Meldungen erscheinen in englischer Sprache auf CPTNet (E).


The Body Shop, bekannt um ihre Ökologische und Faire Waren, war lange Zeit im Geschäft mit Daabon Organics, eine Firme verbunden mit der Vertreibung (E) der Campesinos in Las Pavas. Nach einer Kampagne von CPT hat The Body Shop jetzt ihre Zusammenarbeit mit Daabon eingestellt (E). "Dies ist ein Schritt, der Zeigt, dass was wir sagten, Wahrheit war. Es ist eine Bewegung in Richtung der Gerechtigkeit," so ein Leiter der Bewohner Las Pavas. Ebenfalls in Kolumbien war CPT teil einer Demo (E) gegen die amerikanische Militärpräsenz in dem Land, während einer internationalen Konferenz gegen Militarisierung.


In Kanada gibt es seit Kurzem wieder ein Team, sowie Info-Reisen. Eine Teilnehmerin einer Info-Reise in 2009, damals schwanger, beschreibt (E) ihre Angst, ebenfalls betroffen zu werden von den Vergiftungen die für Ureinwohner in Asubpeeschoseewagong zum Alltag gehören.


CPT veröffentlichte einen Bericht (E) in dem die US-amerikanische Version des Zustands und der Zukunft des Irak befragt wird. CPTler sprachen mit mehreren Irakern aus dem ganzen Land, um zu erfahren, wie sie den derzeitigen amerikanischen militärischen Rückzug erfahren. Das team im Irak sprach auch mit einem ehemaligen kurdischen Widerstandskämpfer, der Kriegsdienstverweigerer (E) wurde.


In der Nähe von Al-Chalil/Hebron wurden palästinensische Weingärten von Siedlern verwüstet (E). In der Stadt selber wurden von dem israelischem Militär zwei Palästinenser getötet (E), sowie mehrere Wohnungen zerstört, als Antwort auf den Mord vier Siedler, einen Monat vorher. CPT war anwesend bei den anschließenden Krawallen. In At-Tuwani schrieb ein Teammitglied über die Ähnlichkeiten (E) zwischen At-Tuwani und die Lage der Ureinwohner in Kanada.

 

Schließlich eine gute Nachricht: Nach vielen Jahren von gewaltfreiem Kampf (E - Video) hat At-Tuwani jetzt Strom (E).

Viele Grüße aus Bammental,
Marius van Hoogstraten
Deutsches Mennonitisches Friedenskomitee

 

Rundbrief 7 - Marius im Irak 5

CPT-Rundbrief 7 - Marius im Irak 5

 

Hallo allen,

Es ist mal wieder zeit für eine Email. Ich werde versuchen, ein bisschen weniger zu schreiben als letztes Mal, da ich sogar Stress habe mit letzten Sachen. Es ist nämlich meine letzte Woche hier. Mittwoch reise ich ab aus Suleimaniya nach Erbil und Donnerstag fliege ich von Erbil nach Frankfurt. Und dann bin ich wieder zu hause in Deutschland.

Also, letzte Sachen. Die wichtigste ist natürlich der Bericht über unsere Serie Interviews über den amerikanischen Rückzug und die Zukunft des Irak, welchen ich versuchen will zu beenden bevor meiner Abreise. Die Interviews sind jetzt beendet und es ist jetzt Zeit das ganze in einer Art zusammenhängendes Bericht zusammenzufassen. Ein kleiner Vorschuss: Viele von den Leuten, mit den wir gesprochen haben, fühlen sich jetzt sicherer als vor drei oder viel Jahren. Sie sagen oft dass es damit zu tun hat, dass die Amerikaner jetzt nicht mehr in den Städten patrouillieren und weniger Razzien ausführen. Trotzdem sind Leute im Allgemeinen nicht so positiv über die Pläne der Amerikaner, das Land so schnell wie möglich zu verlassen. Leute machen sich Gedanken, dass die irakische Sicherheitskräfte nicht unabhängig genug sind, dass die Politiker nicht zu vertrauen sind, und dass die Nachbarländer (Iran, Saudi-Arabien, usw.) die ganze Sache versuchen werden zu manipulieren. Manchen sagen, es wäre besser von den Amerikanern besetzt zu werden, als von den Iranern manipuliert.

Zum Glück habe ich ab und zu noch die Chance, das Haus zu verlassen. Letzte Woche waren wir mal wieder im Zharawa-Lager. Meine Kollegin Chihchun hatte zusammen mit unserem Übersetzer Mohammed die Idee mit einer Gruppe Leute aus Suleimaniya dolma (gefüllte Weinblätter) zu bereiten und die im Lager zusammen mit den Bewohnern auf zu essen. Vielen von den Stadtbewohnern - wir waren mit ungefähr 30 meine ich - fanden es einen Eye-Opener. Eine Frau sagte, es erinnerte sie an 1991, als viele Leute aus Suleimaniya fliehen mussten von Saddam und in den Bergen - diese Bergen - Zuflucht fanden. Wir wissen nicht genau, wohin dieser Anfang der Solidarität leiten wird. Wer weiß? Jedenfalls war es ein schöner Nachmittag, in einem großen Zelt mit etwa hundert Leuten zusammen zu essen und reden. Ich konnte meine sechs Worte Kurdisch wieder üben.
Bilder: http://picasaweb.google.com/cptiraq.team/100726DolmaDayZharawaCamp#

Donnerstagabend gab die Chaldäisch-Katholische Kirche einen Feier. Wir waren mit unserer westlichen Pünktlichkeit natürlich viel zu früh, aber es hat sich sicher gelohnt. Es wurde getanzt und (sogar) getrunken, und, insofern die viel zu laute Musik es erlaubte, geredet. Ein großer Teil der Gemeinde kommt aus dem Rest des Irak (habe ich schon mal geschrieben) und ich habe gemütlich mit einer Gruppe aus Bagdad geredet. Doktor Nabil war ziemlich negativ über Alles, und wusste sicher dass die Amerikaner alles schon in 1975 geplant hatten und mit Iran zusammenarbeiteten. Anderen waren weniger pessimistisch, und ich habe mit Wesam (etwa zwanzig Jahre alt) einen Termin um in einem paar Jahre, wenn der Krieg vorbei ist, in Bagdad weg zu gehen.

Das ist es für heute!

Viele Grüße,

-Marius

Rundbrief 6 - Marius im Irak 4

CPT-Rundbrief 6 - Marius im Irak 4 (17.07.10)

 

Hallo allen,

Dola SchahidanEs ist wieder Zeit für einen Rundbrief, damit ihr alle mitbekommt was mich so beschäftigt. Wir haben in letzter Zeit ein bisschen mehr zu tun gehabt - waren mehr unterwegs im "Feld", wo wir z.B. eine Nacht in dem euch bekannten Zharawa-Zeltlager verbrachten und zwei neuere Lager besuchten um über die Lage zu berichten. Darüber hinaus sind wir mit unserer Umfrage angefangen und haben die Spanier die WM gewonnen. In dieser Reihenfolge:

Es war eigentlich ein bisschen zufällig dass wir plötzlich unter den Sternen Reis, Brot und Joghurt aßen mit Babakir und seiner Familie im Zeltlager für Vertriebenen nah Zharawa. Wir hatten die Abend in der Nähe ein Gedenken für einen Opfer des Beschuss, und nachher war es zu spät zurück zu gehen. Zum Glück waren die Bewohner so gastfreundlich uns ein zu laden bei ihnen zu essen und übernachten.  Für eine Nacht (ohne Winterkälte oder Mittaghitze) ist es gut zu tun: draußen schlafen, keine Dusche, kein Strom, keine Gemüse (geschweige denn Fleisch) zum essen. Für mehr als eine Woche scheint es mir eine Probe. Babakir und seine Familie wohnen schon drei Jahre dort.
Niemand im Lager sprach Arabisch oder Englisch, und Mohammed, unser Dolmetscher, hatte frei, also das Gespräch war ziemlich beschränkt. Das hat aber niemand davon zurückgehalten es trotzdem zu versuchen und die fünf Worte Englisch der jüngeren Bewohnern, sowie unsere drei Worte Kurdisch, gaben uns genug Material bis es Zeit war, schlafen zu gehen. Kollegin Chihchun hatte Wörterbücher mitgenommen und ich hatte meine Notizen von unserer letzten Klasse Kurdisch dabei, und konnte daher Sätze sagen wie "Die Katze schläft" und "bist du verheiratet?" und solches.

Eine Woche später saßen wir nochmal in einem UNO-Zelt, dies Mal im Dola Schahidan-Lager, in welchem sich mehr als vierhundert Familien versammelt haben aus zwölf Dörfern. Sie sind die "neue" Vertriebenen, die ungefähr anderthalb Monat her die Flucht ergriffen haben da der Beschuss plötzlich stärker wurde. Die lokale Verwaltung hat ihnen einen Stück Land zugeordnet und sie dann vergessen. Sie haben Wasser und Zelten bekommen, und eine Lebensmittelration vom Roten Kreuz, welche offenbar für die Hälfte morsch war. Die Hügel und Bergen um das Lager sind voll Minen; es gibt kein Strom, keine Toiletten oder Duschen, keinen Schatten. Und sehr wenig Chance auf Wiederkehr.
Die Einwohner fürchten dass sie mit Ramadan nicht fasten können werden. Es ist jetzt viel zu warm, in ein Zelt zu wohnen - meiner Meinung nach ist es auch für ein Appartement in Sulaimaniya zu warm - und wenn es im Herbst anfängt zu regnen, wird der Fluss, der durch das Tal strömt, überlaufen und wird das ganze Lager vielleicht unbewohnbar werden. Und dann wird es Winter.
Einen Tag nach unserem Besuch hat der kurdische Ministerpräsident Barham Salih das Lager besucht, und versprach mehr für die Leute zu tun. Wir werden sehen.

Am gleichen Tag besuchten wir auch das Lager Gaudschar, nah der iranische Grenze, wo die Bewohner mit Holz und Blättern ein wenig mehr Schatten geschafft hatten. Die Hitze war natürlich immer noch glühend und diesem Lager fehlen nicht nur die gewöhnliche Elektrizität, Duschen und Toiletten, sondern auch gutes Wasser. Die junge Frau Rania aus Ali Rasch, einem von den drei Dörfern die sich im Lager Gaudschar versammelt haben, hat Nierenprobleme. Ihr Arzt sagt, es sei wegen des Wassers. Sie gaben uns was zum Trinken, wie es die Gastfreundschaft befehlt, aber es schmeckte tatsächlich ein wenig komisch und ich hatte nicht so viel Lust das Glas leer zu trinken.
Die Einwohner von Gaudschar können mit einigem Regelmaß zurück in ihre Dörfer, obwohl nicht ohne Risiko. Die letzte Zeit war es aber ruhig, und sie nahmen uns mit in das Dorf Sarchan, ungefähr eine Viertelstunde mit dem Auto entfernt, über einen steilen Schotterweg, unten im Tal.
Ehrlich gesagt hatte ich mir noch nicht so viel bei diesen Dörfern vorgestellt. Vielleicht, dachte ich irgendwo, sind die Dörfer genau so heiß und arm und elend. Nichts davon - Bäume und Baumgarten, ein Fluss mit Fisch und trinkbarem Wasser, große Häuser aus Stein und Lehm - viel Kühler als das Betonhaus in dem wir wohnen, geschweige denn so ein Zelt natürlich.
Und Krater und Granatscherben und zerbrochene Fenster und Mauern. Die Krater waren nicht so groß wie ich mir vorgestellt hatte, aber ich weiß natürlich gar nichts von Bombeneinschlägen.
Bilder: http://picasaweb.google.com/cptiraq.team/GawjarDolaShahidan#

Ich bemerke dass ich schon mal wieder eine ganze Menge geschrieben habe. Also, obwohl ich letztes Mal versprochen habe mehr zu erzählen über die Umfrage unter Freunden und Kontakten im Mitten- und Südirak, um mehr über ihre Ideen über die Zukunft zu erfahren, werde ich das nicht machen. Ich werde nur sagen: es ist deprimierend. Es kommen große Listen zurück mit Sachen die im Irak passieren müssen bevor das Land Frieden und Gerechtigkeit kennen wird - von "Änderung der Verfassung" bis "totale EntBaathifizierung" bis "ein Ende an der Korruption" - das Eine noch Unmöglicher als das Andere.
Vielen sagen, dass sie Angst haben dass die Politiker versagen werden eine Regierung zu formen, und dass dies die Gefahr eines Bürgerkrieges näher bringt. Leute sind auch pessimistisch über die Chancen für den Irak um ein Unabhängiges Land zu werden - obwohl manchen sagen dass Unabhängigkeit auch nicht so wichtig ist und dass sie schon ganz zufrieden wären wenn sie sicher auf die Straße könnten. Tscha.



Noch was deprimierendes (aber kurzfristiger), ist dass "wir" die Spanier nicht geschlagen haben. Das ist an sich schon schlimm genug, aber jetzt muss ich jedes mal das Leute entdecken dass ich Niederländer bin, anhören: "Holanda! Robbensneijder! Ah-- Espanja!" Na ja.

Ich werde diesen Rundbrief beenden, wie ich mir schon mal vorher vorgenommen habe, mit Gebetsanliegen.
Bitte, betet für Babakir, Bapir, Aschti, Serjan und die anderen die schon drei Jahren im Zharawa-Lager wohnen, und weder heimkehren noch neue Wohnungen bauen können.
Betet für Ranja, Bahar, Chadidscha, Hamed, Twana, Chidr und die anderen die in neuen Lagern wie Gaudschar und Dola Schahidan in Unsicherheit leben.
Betet für die Leute, die jetzt in Baghdad eine Regierung formen müssen - dass sie begreifen, dass wenn sie Versagen, es Tausenden das Leben kosten kann.

Danke,

Khwa Hafiz,

Marius

Rundbrief 5 - Marius im Irak 3

CPT-Rundbrief 5 - Marius im Irak 3 (03.07.2010)

 

Mittagessen im ZeltlagerDer Nachmittag beginnt mit zwei Ereignissen. Zuerst singt der Muezzin von der Moschee den Aufruf zum Gebet. Irgendwie wohne ich im Nahen Osten immer neben oder gegenüber einer Moschee. Nachmittags ist hier ein der talentierteren Muezzins dran; derjenige, der um halb vier morgens das Morgengebet verkündigen darf, weckt in mir nicht besonders fromme oder wertende Gefühle.
Das zweite Ereignis ist, dass der Ventilator und das Licht sich an- oder abschalten. Je nach dem Tag der Woche haben wir morgens oder nachmittags Elektrizität - ich habe noch keinen Regelmaß gefunden. Die restliche Zeit - etwa die Hälfte - erhalten wir Strom von einem gemeinsamen Generator neben der Moschee, oder den beiden Batterien im Wohnzimmer, die nur die Computer und das Internet an der Arbeit halten.
Mit zehn bis zwölf Stunden pro Tag Strom haben wir es hier in Sulaimaniya ziemlich gut getroffen. Der Rest des Irak hat etwa drei Stunden Strom pro Tag - trotz regelmäßige Versprechungen der Regierung es zu verbessern. Große Teilen des Netzwerks sind noch im ersten Golfkrieg beschädigt, als die Amerikaner fleißig Kraftwerken beschossen. Nun der siebten 50-Grad Sommer seit der Invasion so langsam beginnt, werden die Menschen ungeduldig. In Basra wurden bereits zwei Menschen von der Polizei während der Demonstration am Stromministerium erschossen. Der Minister hat inzwischen zurückgetreten - was die Sache wahrscheinlich auch nicht weiterhilft.
Noch ein Ort, wo sie keinen Strom haben, ist in dem Zeltlager für Vertriebene in Zharawa, wo wir Anfang dieser Woche auf Besuch waren. Innerhalb der kurdischen autonomen Zone, also Strom sollte eigentlich kein Problem sein, aber die regionale Regierung scheint nicht sehr begeistert das Leben von den 140 Familien, die vor etwa drei Jahren wegen des Beschuss über welch ich letztes mal geschrieben hab geflohen sind, zu verbessern.  Begründung, dass die Regierung nichts tut: Sie sind schon drei Jahre verschoben und sind darum "alte" vertriebenen; einige Familien mieten Zimmer im Dorf nebenbei, um das Elend der Lager zu entkommen; als das Lager geeignete Anlagen bekommt, muss man sie allen anderen Lagern auch geben.
Um den Ernst der Sache zu betonen, hörten wir während unseres Besuchs eine Art Rumpeln ein paar Täler entfernt. "Türkische Kampfflugzeuge", sagte jemand. Ich hatte den Ton nicht so schnell erkannt . Zehn Minuten später klingelte ein Handy. "Sie haben zwei Dörfer bombardiert," war die Nachricht.
Nach offiziellen Berichten, waren die Flugzeuge nur auf einem Erkundungsflug, wenn sie von der PKK mit Boden-Luft-Raketen angegriffen wurden. Dann feuerten die Flugzeuge natürlich zurück, was zur Zerstörung eines großen Stück Land von den beiden Dörfern fuhr. So lange es dort PKK gibt, bleiben die türkische und iranische Bomben fallen - und kann niemand daher sicher zurück in sein Dorf.
Die Bewohner des Lagers Zharawa habe die Hoffnung auf Rückkehr aufgegeben und haben geplant, ein neues Dorf zu bauen (darüber habe ich bereits was geschrieben). Unsere Zusammenarbeit besteht meistens daraus, mit den Dorfältesten zu Treffen mit der lokalen Regierung zu gehen, wie dem Bürgermeister. Die haben in der Regel absolut keine Lust die traditionell gekleideten Bergbevölkerung zuzuhören - aber einige Ausländer finden sie doch mal ganz interessant. Ich frage mich, wie oft sie noch überhaupt mit uns reden willen, jetzt dass sie langsam entdecken dass wir zwar eine internationale Organisation sind, aber gar kein Geld haben und eigentlich nur wollen dass sie mit den Dorfbewohner reden. Bis jetzt funktioniert es noch.

Weitere Nachrichten:
1) Ich war zwei Tage krank, aber jetzt geht es wieder. Unbedingt etwas falsches gegessen, oder es war WM-Entzug (jetzt dass "wir" Brasilien geschlagen haben geht es mir auch wieder viel besser. Fußball ist der einzige Ausreden für Nationalgefühl, behaupte ich).
2) Wir werden eine Art von Forschung anfangen, in der wir unseren Freunden und Kontakten aus dem Rest des Irak fragen, wie sie den Rückzug der US-Armee erfahren (1. September sollen alle Kampftruppen weg sein).
3) Wir sind jetzt zu viert, nach dem Ankunft des Amerikaners David, ebenfalls ein "Neuling" wie ich.
4) Mit einer Tür und zwei Schubladenkasten hat mein Zimmer jetzt einen Schreibtisch, wie das Zimmer eines diplomierten Philosophen auch haben soll.

Besonders über Thema 2), wahrscheinlich beim nächsten Mal mehr.
Auf Facebook könnt ihr Fotos von unserem Besuch in Zharawa sehen. Der folgende Link sollte auch für Nicht-Facebook-Nutzer funktionieren:
http://www.facebook.com/album.php?aid=181575&id=595949226&l=6ad2155337

Viele Grüße,

Marius

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Rundbrief 4 - Marius im Irak 2

CPT-Rundbrief 4 - Marius im Irak 2 (18.06.2010)

 

"Es sollte nicht zu politisch sein." Khalid, Direktor des Jugendzentrums, ist klar: dies ist eine Ausstellung und ein Konzert in Solidarität mit den Opfern der jüngsten iranischen Bombardierung. Kein Protest. "Die Veranstaltung ist drinnen, denn der Bürgermeister war da ein bisschen zurückhaltend." Dieser Bürgermeister war jedoch beim Konzert anwesend und hatte sich ziemlich militant gegen den Iran geäußert, also, na ja, vielleicht war Khalid schon ein bisschen zu vorsichtig.
Ein anderes Extrem ist Muhammad, der Organisator des Protests gegen das ohrenbetäubende Schweigen der kurdischen und irakischen Regierungen über die Bombardierung. "Sie wollten mir keine Erlaubnis geben", sagt er, "also ging ich ins Büro des Sicherheitsdienstes sagte: Jetzt geben Sie mir die Erlaubnis, oder verhaften Sie mich auf der Stelle - das Protest wird ja weitergehen." Mit Slogans wie "Die kurdische Stille über den iranischen Beschuss zeigt den Faschismus in beiden Ländern" waren die Banner provokanter als das Protest selbst, währenddessen Leute in einer Art Open-Air-Theater saßen und mehrere Reden hörten, unter welchen eine meiner Kollegin Peggy.
Die kurdische Regionalregierung hat sich - unter dem Druck der Bevölkerung - jetzt relativ stark gegen die iranische Bombardierung, den Beschuss und auch Bodentruppen im Grenzgebiet (ein Toter, mehrere Verletzte, Hunderte von Flüchtlingen) geäußert, aber die Frage ist jetzt, was das bringen wird. Irakisch-Kurdistan hat keine militärischen Möglichkeiten. Die Zentralregierung in Bagdad - geschweige denn die USA - scheint die Lage nicht so zu interessieren.  Iran war ziemlich still über die Sache und sagte nur auf PJAK-Rebellen und Schmuggler zu jagen.

Neben solchen Protesten und dergleichen, verbringen wir die Tage mit schreiben, auf dem Laufenden bleiben und dem so genannten "Kontakten knüpfen". Fast jeden Tag haben wir einen Termin mit dem einen oder anderen Gruppe die uns, als sehr zugängliche ausländische Organisation, sehr interessant finden. Normalerweise, leitet das nicht zu besonderer fruchtbaren Zusammenarbeit (viel vorkommender Punkt ist die Enttäuschung unserer Gesprächspartner als sie entdecken, dass wir kein Geld haben), aber es ist sehr interessant, so langsam zu entdecken, was hier alles spielt: Geld für ehemalige Häftlinge von Saddam das bei korrupte Herrscher stecken bleibt, Morddrohungen für marxistische Frauengruppen ("zum Glück schützt der Geheimdienst uns"), UN-Geld für Flüchtlinge das nie ankommt, israelische Ausbildung für kurdische Rebellengruppen, etc.
Außerdem erzählt Kollegin Peggy, Großmutter aus Ohio, oft Geschichten über ihre Zeit in Bagdad (2002-2006). Die Leute fragen mich oft, oder ihre (Enkel-) Sohn bin. Ein weiteres Problem: Da ich keinen Schnurrbart habe, werde ich oft (noch) jünger als ich bin geschätzt.

Glücklicherweise waren die letzten Tage ein bisschen weniger warm (38 Grad), und
fand ich eine Stelle auf dem Dach, wo es morgens Schatten gibt. Besonders von 3.00 bis 07.00 Uhr ist es sehr erträglich.
Heute ist Freitag, und deshalb haben wir frei. Die Pläne sind einen Frisör zu finden (kurdisch: sartashkhana, wörtlich: "Kopfschneidplatz") und später an der lokalen chaldäischen Kirche eine Ausstellung zu besuchen. Die Gemeinde besteht hauptsächlich aus Flüchtlingen aus dem Rest des Irak, und sie spricht arabisch, und dass kann ich auch, also das ist schön.

So weit,

khowa Hafiz,

-Marius

Rundbrief 3 - Marius im Irak 1

CPT-Rundbrief 3 - Marius im Irak 1 (09.06.2010)

 

Hallo allen,

Ausblick vom DachGestern Abend bin ich in Irak angekommen. Die kommende acht Wochen werde ich hier als Mitglied des CPT-Teams beteiligen an die Friedensarbeit die CPT hier leistet. Ich werde jetzt noch nicht soviel über die Arbeit schreiben. Wer ihn noch nicht gelesen hat kann dafür den vorherigen Rundbrief lesen.
Die erste Sache die ich bemerkte als ich aus dem Flugzeug trat: das mit der Hitze war kein Witz. Obwohl es jetzt einen Sandsturm aus dem Süden gibt, und die Sonne deshalb nicht so stark ist, war es heute 38 Grad, und so trocken dass es den Augen Weh tut (obwohl das Letzte natürlich mit dem Sandsturm zu tun haben kann). Unsere Wohnung hat keine Klimaanlage, und Juli soll noch schlimmer sein.
Der Weg von Erbil, wo mein Flug ankam, nach Sulaimaniyah, wo CPTs Haus/Büro ist, führt vorbei Kirkuk, durch ein Gebiet das nicht zur Autonomen Region Kurdistan gehört. Es soll auf diesem Weg ein bisschen gefährlicher sein. Neben dem Weg sah ich, neben viele neue Häuser aus grauem Zement und Erdöl-Abfackeltürme, ein Schild worauf stand: "Sie werden gebeten keine Waffen zu tragen ohne Genehmigung." Tsja.
Auf dem Weg fuhren wir hinter einem US-Militärkonvoi, welches man nicht vorbeifahren darf, wodurch das ganze ungefähr eine Stunde länger dauerte. Meine Kollegen erklärten dass die Soldaten regelmäßig auf Leute die zu nah kommen schießen. Als wir bei einem von den vielen Checkpoints vorbei gelassen wurden, winkten die Soldaten uns aber fröhlich zu und lasen wir auf dem Wagen: "Danke für ihre Unterstützung und Geduld".
Heute ist noch nicht so vieles passiert. Wir hatten eine Sitzung mit einer Gruppe die vielleicht unsere Hilfe braucht, eine von meinen zwei Kolleginnen hat mir die Stadt gezeigt und ich werde ein bisschen orientiert auf die Arbeit. Meine zwei Kolleginnen sind hier beide schon mehrere Jahren, also ich kann viel von ihnen lernen. Ich bin gespannt, wie es sich alles entwickelt.

Im Anhang ein Bild von meinem Zimmer, dem Wohnzimmer im Haus (mit Peggy Gish, Kollegin) und dem Ausblick vom Dach.

Viele Grüße,
Marius

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Rundbrief 2, Mai 2010

CPT-Rundbrief 2, Mai 2010Kreuzen im US-Mexiko Grenzgebiet

 

Liebe LeserInnen,

 

Hier ist der zweite Christian Peacemaker Teams (Christlicher Friedensstifter Teams, CPT) Rundbrief in deutscher Sprache. Neben den regelmäßigen Berichten in der Brücke und der wachsenden CPT-Webseite auf Deutsch werde ich Sie/euch hier über Neuigkeiten erzählen und aktuelle Infos über die Informationsreisen (Delegations) mitteilen. 

Der Rundbrief wird an alle Interessenten verschickt, die sich dafür eingetragen haben. Wer den Rundbrief nicht empfangen möchte, kann auf diese Email einfach mit "nicht mehr empfangen" antworten. Neue Interessenten können sich eintragen auf marius@dmfk.de

(Hinweis: Links in diesem Rundbrief mit dem Zusatz "(E)" weisen auf englischsprachige Seiten)

 

Themen dieses Rundbriefs:

 

1. Einsatz Marius im Irak, Veranstaltungsreihe

 

2. Anstehende Informationsreisen

 

3. Aktuelles aus den Einsatzgebieten

 

 

1. Einsatz Marius im Irak, Veranstaltungsreihe

 

Diesen Sommer werde ich zum ersten Mal zwei Monaten in den Irak reisen, um dort als Teil des CPT-Teams kurdische Gruppen in ihren gewaltfreien Initiativen zu unterstützen. Währenddessen erscheint dieser Rundbrief öfter, und in September und Oktober werde ich persönlich über den Einsatz in mehreren Orten berichten.  

 

Vom 9. Juni bis 4. August bin ich im Irak. Ich fliege direkt von Frankfurt nach Erbil, der derzeitigen Hauptstadt der semi-autonomen Kurdischen Regionalregierung (Kurdish Regional Government, KRG) ab wo ich entweder den gleichen Abend oder am nächsten Morgen weiterreise, um die letzten 200 Kilometer bis Sulaimaniyya abzulegen. Dort treffe ich das CPT-Irak Team, das aus vier bis sechs CPTler besteht. Teilweise sind sie Vollzeitmitarbeiter, teilweise Reservisten wie ich. Als Reservist wird von mir erwartet, jedes Jahr wenigstens zwei Wochen im Einsatz zu gehen und den Rest des Jahres mit der aktuellen Lage vor Ort informiert zu bleiben. 

Sie wissen/ihr wisst, dass ich schon mal im Palästina-Team gearbeitet habe, aber ich war noch nie im Irak. Ich bin gespannt - obwohl ich viel gelesen und mit den CPTlern vor Ort gesprochen habe, weiss ich nicht genau wie ich mir alles vorstellen muss. Die Arbeit ist jedenfalls ziemlich anders als die in Palästina, und das gilt natürlich auch für die Sprache, die Kultur und die Geschichte. 

 

CPT im Irak arbeitet viel mit kurdischen Flüchtlingen, zum Beispiel den in Zahrawa. Viele kurdische Dorfgemeinschaften aus den nördlichen und östlichen Grenzgebieten haben unter dem Beschuss der türkischen und iranischen Militärs die Flucht ergriffen. Der offizielle Grund für den Beschuss ist, dass sich kurdische PKK- und PJAK-Rebellen in den Dörfern verstecken, aber das ist nicht nachgewiesen, wird von PKK und PJAK bestritten und ist juristisch kein Grund für die Angriffe auf Zivilisten. CPT berichtet (E) über die Lage und ist im Gespräch mit Vertretern mehrerer Dörfer und lokaler Verwaltungen über die Möglichkeit, mit Begleitung durch CPT ein gemeinsames Dorf zu bauen auf einem sichereren Platz in der Nähe ihrer Heimatdörfer. Darüber hinaus ist CPT im Gespräch mit Flüchtlingen in Makhmur (E), die aus der Türkei fliehen müssten und sich jetzt für den Friedensprozess zwischen der Türkei und der PKK aussprechen. Neben der Arbeit mit Flüchtlingen untersucht CPT die Verfolgung und Schikane der Anhänger der neuen Goran-Liste - siehe dazu Punkt 3, unten. 

 

Dieser Rundbrief erscheint während meines Einsatzes alle zwei Wochen. Ich werde mich hauptsächlich auf meine Erfahrungen im Einsatz sowie Gebetsanliegen und Unterstützungsmöglichkeiten konzentrieren. 

 

Nach meinem Einsatz möchte ich im September und Oktober mehrere Veranstaltungen gestalten, um in interessierten Gemeinden und Gruppen über meine Erfahrungen zu berichten und die Geschichten weitergeben. Einige Veranstaltungen sind schon (fast) geplant, aber ich hab noch genug Zeit übrig. Sie können/ihr könnt mir helfen in Ihrer/eurer Gemeinde oder Gruppe eine Veranstaltung zu planen. Interessenten können mir dafür eine Email schreiben auf marius@dmfk.de (oder diese Email beantworten). Vielen Dank!

 

2. Anstehende Informationsreisen


Es gibt viele Möglichkeiten, an einer Informationsreise teilzunehmen. Informationsreisen, oder Delegations auf Englisch, bieten Interessenten die Chance, zwei Wochen lang in ein von den Gebieten zu reisen, wo CPT arbeitet, und vor Ort über die Situation zu lernen, lokale Gemeinschaften zu begegnen und ihre Geschichten zu hören. Auch wenn zwei Wochen nur eine kurze Zeit sind, ist es dennoch möglich in diesem Zeitraum echte Friedensarbeit zu leisten. Überlege, ob Ihre/deine Gemeinde sich dort von einem Gemeindemitglied vertreten lassen will. 


Voraussichtlich den 6.-19. September 2011 gibt es eine Informationsreise nach Israel/Palästina in deutscher Sprache. Vor und nach der Reise kommen die TeilnehmerInnen für je ein Wochenende zusammen. Vor der Reise bereiten wir uns gemeinsam vor und nachher werden die Erfahrungen reflektiert und überlegt, ob und wie die Erfahrungen in Handlungen umgesetzt werden können. 

Bei dieser deutschsprachigen Reise gibt es zwölf freie Plätze. Obwohl es noch eine Weile entfernt ist, werden Interessenten ermutigt sich möglichst bald zu melden. Neben allgemeine Interessenten suchen wir zwei TeilnehmerInnen, die zwischen Deutsch und Englisch dolmetschen können. 

Wir rechnen zurzeit für Flug, Aufenthalt, Vorbereitungsseminar und Nachbesprechung mit Kosten von ca. € 1.500 pro Person. Dolmetscher bekommen eine Ermässigung. 

 

In Kolumbien sind folgende Informationsreisen in diesem Jahr geplant: 12.-25. Mai, 14.-27. Juli, und 15.-28. September. Hier unterstützt CPT bedrohte Gemeinschaften und Gewerkschaften in ihren Bestrebungen, für ihre Rechten aufzustehen und inmitten des Bürgerkrieges einen Raum für Frieden und Gerechtigkeit zu schaffen. Kosten sind $1300 US (€ 958), plus Flug nach Bogota.

 

In Israel/Palästina gibt es 2010 folgende Termine für Informationsreisen: 20. Juli-2. August, 5.-18. Oktober und 16.-29 November. Hier hat CPT zwei Teams, in Hebron und im Dorf At-Tuwani, beides im besetzten Westjordanland. CPT unterstützt palästinensische und israelische Friedensgruppen, Gemeinschaften und Schulen in ihrem gewaltfreien Widerstand gegen die israelische Besatzung und Siedlungspolitik. Kosten sind $ 1250 US (€ 921), plus Flug nach Tel-Aviv.


In Irak gibt es dieses Jahr nur noch eine Möglichkeit, den 14.-28. Oktober (Bewerbungsschluß 1. September). CPT unterstützt im kurdischen Nord-Irak unter anderem Gemeinschaften, deren Dörfer von der Türkei und dem Iran bombardiert werden. Die Gemeinschaften informieren über ihr Schicksal und heben die Stimme für den Frieden, mithilfe von CPT. Kosten sind $ 1900 US (€ 1400), plus Flug nach Istanbul.


In Kanada sind auch zwei Informationsreisen vorgesehen: 13.-23. August und 24. September-6. Oktober. In Asubpeesocheewagong (Grassy Narrows), Canada, unterstützt CPT Ureinwohner, deren Land von industrieller Ausbeutung bedroht wird. Die Reise wird auch andere Gemeinschaften von Ureinwohnern in der Gegend besuchen. Kosten sind $ 425 (€ 325), plus Reisekosten nach Kenora, Ontario. Diese Kanada-Reisen stehen noch nicht ganz fest. 


Es ist üblich, dass Teilnehmende einen Spendenkreis aufbauen, damit die Gemeinde zuhause beteiligt wird bei diesem Einsatz und Zeugnis. Wenn Interessenten keinen Zugang haben zu einem finanzkräftigen Kreis von Unterstützern, kann das Deutsche Mennonitische Friedenskomitee Hilfe bei der Suche nach finanzieller Unterstützung bieten. 


Interessenten für Informationsreisen können mir eine Email schicken.

Auf Informationsreisen wird primär Englisch gesprochen.

 

3. Aktuelles aus den Einsatzgebieten

 

Es gibt ständig neue Nachrichten von den Teams in Kolumbien, Irak, Nordamerika und Palästina. Ausführliche Meldungen erscheinen in englischer Sprache auf CPTNet

 

Aber zuerst eine Nachricht nicht von einem Team:

Am 10. März 2010 starb CPT-Gründungsdirektor Gene Stoltzfus an einem Herzinfarkt in Fort Frances, Ontario beim Radfahren in der Nähe seiner Wohnung. Er war nach der Gründung CPTs im Jahr 1986 23 Jahre deren Geschäftsführer. Jakob Fehr vom DMFK schreibt in Der Brücke (3/2010): "Ich bin traurig, zugleich jedoch sehr froh, dass ich einige Tage mit ihm verbringen und von ihm lernen konnte." 

 

In Oaxaca, Mexico, ist am 27. April ein Hilfskonvoi von Paramilitären angegriffen worden (E). Alberta "Bety" Cariño Trujillo, eine von den zwei getöteten, hat während der CPT-Präsenz in Oaxaca 2006 eng mit dem Team zusammengearbeitet. 

 

Ein CPTler, Rey Lopez, ist jetzt in Bangkok (E) in Unterstützung der gewaltfreien Protesten. Er schreibt Briefe (E) über seine Erfahrungen.

 

Anhänger der neue Goran-Liste in der kurdischen regionalen Politik werden verfolgt (E), wahrscheinlich von der Patriotischen Union Kurdistans (PUK). CPT interviewt mehrere Anhänger und hört Geschichten über Folterung, Vertreibung und Schikanen. Sehe auch die Videos: 1 (E), 2 (E).

 

In At-Tuwani, Palästina, wurden am 15. April Schulkinder von israelischen Siedlern angegriffen. Das israelische Militär ist verpflichtet, die Kinder vor den Siedlern zu schützen, aber ihr Begleitschutz ist oft mangelhaft, wie dieser Fall belegt. 

 

 

Viele Grüße aus Bammental,

 

Marius van Hoogstraten

Deutsches Mennonitisches Friedenskomitee


Rundbrief 1, Februar 2010

CPT Rundbrief 1, Februar 2010Tee

Liebe LeserInnen,

 

Hier ist der erste Christian Peacemaker Teams (Christlicher Friedensstifter Teams, CPT) Rundbrief in deutscher Sprache. Neben den regelmäßigen Berichten in der Brücke und der wachsenden CPT-Webseite auf Deutsch werde ich Sie/euch hier über Neuigkeiten berichten und aktuelle Infos über die Informationsreisen (Delegations) mitteilen. 

Der Rundbrief wird an alle Interessierten verschickt, die sich dafür eingetragen haben. Wer den Rundbrief nicht empfangen möchte, kann auf diese Email einfach mit "nicht mehr empfangen" antworten.

 

Themen dieses Rundbriefs:

1. CPT auf Deutsch wächst: Webseite, Plakate und Vorträge

2. Anstehende Informationsreisen nach Kolumbien, Israel/Palästina und Irak

3. Neueste Nachrichten aus den Einsatzgebieten

 

1. CPT auf Deutsch wächst

Bei unserem CPT-Netwerk im deutschsprachigen Raum läuft es immer besser. Seit September gibt es die CPT-Webseite auf Deutsch, wir haben inzwischen Plakate über die Informationsreisen gestaltet und CPT in mehreren Gemeinden vorgestellt. 

An der Übersetzung der Christian Peacemaker Teams-Webseite arbeitet jetzt ein Team von sechs Freiwilligen. Es kommen häufig neue Artikeln dazu, damit auch deutschsprachige Interessenten mehr über CPT lernen können. Wir suchen noch immer nach neuen Übersetzern. Wer uns unterstützen mag, kann mir eine Email schicken. http://www.cpt-de.org/ 

Darüber hinaus haben wir neue farbige Plakate gestaltet, um die Möglichkeiten, an Informationsreisen teilzunehmen, bekannter zu machen. Etwa siebzig sind schon verteilt worden in Gemeinden in Deutschland und in der Schweiz. Die Plakate sind online verfügbar: http://www.cpt.org/de/ueber_cpt/poster Wenn es Interesse gibt, die Plakate in Ihrem/deinem Bereich zu verteilen, kann ich sie auch per Post zusenden. Schicke mir dafür eine Email.

Neben der Webseite und den Plakaten gab es mehrere Vorträge und Workshops über CPT in Deutschland und der Schweiz. Manchmal haben der CPT-Reservist Christopher Hatton aus Hamburg und ich Geschichten erzählt, Bilder und Videos gezeigt und Fragen beantwortet, und manchmal haben wir mit dem Publikum Rollenspielen gemacht, die den CPT-Einsätzen ähneln, damit man ein Gefühl für die Arbeit bekommen kann. Sie/Du können/kannst uns auch einladen! In Süddeutschland/in der Schweiz stehe ich zur Verfügung: marius@dmfk.de. In Norddeutschland ist Christopher verfügbar, Handy: 01751566153.

 

2. Anstehende Informationsreisen

In diesem Jahr gibt es viele Möglichkeiten, an einer Informationsreise teilzunehmen. Informationsreisen, oder Delegations auf Englisch, bieten Interessenten die Chance, zwei Wochen lang in ein von den Gebieten zu reisen, wo CPT arbeitet, und vor Ort über die Situation zu lernen, lokale Gemeinschaften zu begegnen und ihre Geschichten zu hören. Auch wenn zwei Wochen nur eine kurze Zeit sind, ist es dennoch möglich in diesem Zeitraum echte Friedensarbeit zu leisten. Überlegen Sie sich/Überleg dich, ob Ihre/deine Gemeinde sich dort von einem/r Gemeindemitglied vertreten lassen will. Wenn Geld ein Problem ist, kann DMFK bei der Suche nach finanzieller Unterstützung helfen.

In Kolumbien sind folgende Informationsreisen geplant: 12.-25. Mai, 14.-27. Juli, und 15.-28. September. Hier unterstützt CPT bedrohte Gemeinschaften und Gewerkschaften in ihre Bestrebungen, für ihre Rechten aufzustehen und inmitten des Bürgerkrieges einen Raum für Frieden und Gerechtigkeit zu schaffen. Kosten sind $1300 US (€ 958), plus Flug nach Bogota.

In Israel/Palästina gibt es folgende Termine für Informationsreisen: 20. Juli-2. August, 5.-18. Oktober und 16.-29 November. Hier hat CPT zwei Teams, in Hebron und in at-Tuwani, beides im besetzten Westjordanland. CPT unterstützt palästinensische und israelische Friedensgruppen, Gemeinschaften und Schulen in ihrem gewaltfreien Widerstand gegen die israelische Besatzung und Siedlungspolitik. Kosten sind $ 1250 US (€ 921), plus Flug nach Tel-Aviv.

In Irak sind zwei Informationsreisen vorgesehen: 15.-29. April (Bewerbungsschluß 1. März) und 14.-28. Oktober (Bewerbungsschluß 1. September). CPT unterstützt im kurdischen Nord-Irak Gemeinschaften, deren Dörfer von der Türkei und dem Iran bombardiert werden, informiert über ihr Schicksal und hebt die Stimme für den Frieden. Kosten sind € 1900 US (€ 1400), plus Flug nach Istanbul.

Es ist üblich, dass Teilnehmende einen Spendenkreis aufzubauen, damit die Gemeinde zuhause beteiligt wird bei diesem Einsatz und Zeugnis. Wenn Interessenten keinen Zugang haben zu einem finanzkräftigen Kreis von Unterstützern, kann das Deutsche Mennonitische Friedenskomitee Hilfe bei der Suche nach finanzieller Unterstützung bieten. 

Interessenten für Informationsreisen können mir eine Email schicken, direkt Kontakt aufnehmen mit CPT in Chicago (delegations@cpt.org) oder sich direkt bewerben: http://cpt.org/participate/delegation/apply

Auf Informationsreisen wird primär Englisch gesprochen.

 

3. Aktuelles aus den Einsatzgebieten

Es gibt ständig neue Nachrichten von den Teams in Kolumbien, Irak und Palästina. Ausführliche Meldungen erscheinen in englischer Sprache auf CPTNet.

Am 29. März 2003 sind zwei CPTler im Irak auf dem Weg von Baghdad nach Amman bei einem Autounfall verletzt worden. In einem irakischen Krankenhaus werden sie kostenlos versorgt, obwohl es drei Tagen vorher von amerikanische Flugzeuge bombardiert wurde. Teil 1Teil 2, und Teil 3

Am 10. Februar 2010 sind zwei Gewerkschaftler in Kolumbien von Paramilitären erschossen worden. Die zwei gehörten zum Sud-Bolivar Landwirtschaft und Bergbau-Föderation" (MFEDEAGROMISBOL), mit dem CPT seit 2006 zusammenarbeitet. Eine Koaliton von Organisationen hat dazu einen Pressebericht versandt.  

Eine Gemeinde von 196 Familien ist wieder  aus Villa Dignidad, einer Vorstadt von Barrancabermeja in Kolumbien, vertrieben worden.

Israelische Soldaten und Siedler sind kürzlich in At-Tuwani einmarschiert.  Die Bewohner verhielten sich jedoch gewaltfrei und pflanzen Bäumen gegen Besatzung und Siedlung: Teil 1 und Teil 2

 

Grüße aus Bammental,

 

-Marius

Deutsches Mennonitisches Friedenskomitee