Irak-Update: 2.-10. November 2009

CPTnet
8 Dezember 2009
Irak-Update: 2-10 November 2009
Anita David, Peggy Gish, Bob Holmes und Chihchun Yuan waren wÀhrend dieses Zeitraums im Team.

Montag, 2. November
Gish, David Holmes und ein kurdischer Filmemacher besuchten das Dorf Merkegia, um einen Kurzfilm ĂŒber die Geschichte des Dorfes und die Auswirkungen der tĂŒrkischen militĂ€rischen Niedrigflieger auf die Dörfer zu drehen.

Dienstag, 3. November
Gish und Holmes besuchten Kani Mases BĂŒrgermeister. Als sie ihn fragten, ob es andere von den Bombardements betroffene Dörfer gebe, die CPT besuchen sollte, sagte der BĂŒrgermeister, dass die Leute die Dörfer nicht wegen der Bombardements verließen, sondern wegen der KĂ€mpfe in den Bergen zwischen die Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) und dem tĂŒrkischen MilitĂ€r. Er erklĂ€rte, das tĂŒrkische MilitĂ€r verursache keinerlei Probleme , sie koordinierten ihre Handlungen mit der Peshmerga und hĂ€tten gute Beziehungen mit der kurdischen Regionalregierung (KRR).

Als er nach den TiefflĂŒgen tĂŒrkischer MilitĂ€rflugzeuge ĂŒber den naheliegenden Dörfern am 13., 14. und 15. Oktober 2009 gefragt wurde, sagte der BĂŒrgermeister, diese FlĂŒge seien normal und die Leute seien daran gewöhnt. Als er gefragt wurde, ob heute zu ihren Dörfern zurĂŒckkehrende  Menschen in Gefahr seien, sagte er: „Die Dörfer sind sicher. Der Grund warum sie nicht zurĂŒck wollen, ist dass das UN ‘Öl fĂŒr Essen‘ Programm sie faul gemacht hat und sie warten lieber auf die Essensausgabe. Die KRR und die Stadtverwaltung haben Schulen und BetonhĂ€user gebaut und BewĂ€sserungsanlagen gebaut. Es ist noch nicht perfekt: sie bekommen viel Hilfe und dennoch gehen sie nicht zurĂŒck.“

Holmes und Gish besuchten ein Dorf in der NĂ€he von Kani Mase. Die Dorfbewohner sagten, die Menschen kĂ€men nicht zurĂŒck, weil die Tief- und KreisflĂŒge sie beĂ€ngstigten; die Straßen seien beim Winterregen unpassierbar; die Kinder gingen zu außerhalb gelegenen Schulen oder UniversitĂ€ten, und reichere Familien suchten sich woanders eine neue Heimat.

Auf die Frage nach den naheliegenden tĂŒrkischen Außenposten antworteten sie: “Wir wollen nicht, dass irgendjemand alles was wir tun beobachtet. Wir wollen ohne Angst zu jedem Dorf gehen können. Wenn ein Tier sich heutzutage von den anderen entfernt gehen die Bauern nicht, um sie zu suchen. Wenn sie es tĂ€ten, könnte das tĂŒrkische MilitĂ€r sie erschießen.

Sonntag, 8. November
Gish und Yuan gingen zum Sulaimani Gouvernement, um den stellvertretenden Gouverneur zu treffen. Das Team bat um Erlaubnis der Gouvernements-Notfall-Zelle (GNZ) beizutreten, deren Ziel es ist, die Befugnisse der lokalen AutoritĂ€ten, um auf die Vertreibung zu reagieren, zu stĂ€rken - und andere Grenzdörfer  zu besuchen. Er lehnte beide Bitten ab. Ein Grund fĂŒr die Ablehnung war mit der Verhaftung dreier Amerikaner, die von iranischen Behörden an der Grenze zwischen der KRR und dem Iran verhaftet wurden, verbunden.

Dienstag, 10. November
Yuan und David besuchten die BĂŒrgermeister von Sangesar und Zharawa, um etwas ĂŒber die Zuwendungen, die intern vertriebene Personen (IDPs) durch die KRR und die Regierung des Iraks (RdI) erhalten. Im Jahr 2008 gab die RdI jeder IDP-Familie eine Millionen irakische Dollar. Das Team fand heraus, dass die IDPs (120 Familien) nur 450.000 irakische Dollar erhalten hatten. Der BĂŒrgermeister erklĂ€rte, dass die IDPs nicht die richtigen Formulare ausgefĂŒllt hatten, weshalb das Geld nach Bagdad zurĂŒckgeschickt worden war. SpĂ€ter erfuhr das Team von den IDPs, dass sie im November 2008 echte Ausweise mitgebracht hatten. Die Behörden hatten ihnen erklĂ€rt, dass sie die HĂ€lfte des Geldes im nĂ€chsten Monat erhalten sollten, aber das Geld kam nie.