PALAESTINA: Delegation der Church of the Brethren wird die Einreise nach Israel verweigert

CPTnet

20. Januar 2010

Palästina: Delegation der Church of the Brethren wird die Einreise nach Israel verweigert

 

[Notiz: Christliche Friedensteams verzögerten die Veröffentlichung dieser Meldung bis nach der sicheren Abreise der CPT-Delegation aus Israel]

 

Am Wochenende des 2.-3. verweigerten israelische Offizielle Bob Gross, einem Leiter von On Earth Peace, und Alice Bartlett1 die Einreise, nachdem sie diese für mehr als zwölf Stunden festgehalten und verhört hatten. Die beiden waren vier Tage vor der Ankunft eines CPT-Teams, welches sie leiten sollte, in das Land gekommen. Sie wollten Treffen und weitere Planungen für den zwölftägigen Aufenthalt der Delegation in Palästina und Israel vorbereiten. Nachdem die israelischen Behörden Gross und Bartlett für eine Nacht im Gefängnis des Flughafens Ben Gurion festgehalten hatten, wurden sie zurück in die Vereinigten Staaten geschickt. Außerdem wurde gegen die beiden eine zehnjährige Einreisesperre nach Israel und Palästina verhängt.

 

Die verbleibenden dreizehn Delegierten gelangten am Mittwoch, den 6. Januar 2010 sicher nach Jerusalem. Ein Mitglied es At-Tuwani-Teams übernahm die Leitung der Delegation für die nächsten zwölf Tage.

 

Diese fünfte jährliche Nahostdelegation, die unter anderen von On Earth Peace und Christian Peacemaker Teams gesponsert wurde, war, nach dem Blog der Delegierten,

 

ein Eintauchen in die Wirklichkeiten der aktuellen Situation im israelisch-palästinensichen Konflikt. Was sind diese Realitäten? Eine gewaltlose Bewegung ist auf dem Weg, erneut; diese Woche versuchten über tausend internationale Aktivisten, von Ägypten aus nach Gaza vorzudringen, in ihrem Gepäck humanitäre und medizinische Hilfsgüter. Israel baut weiter an einer Trennmauer, welche palästinensische Familien und Gemeinschaften trennt und palästinensisches Land wegnimmt. Israelis leben in Angst vor Selbstmordattentätern. Viele Palästinenser, die unter Blockaden und militärischer Besetzung leben, kämpfen weiterhin ums Überleben, ohne Zugang zu sauberem Wasser, medizinischer Versorgung oder Grundnahrungsmitteln. Einige Israelis und Palästinenser, die von Jahrzehnten blutiger Auseinandersetzungen zermürbt sind, schaffen gewaltlose Wege, um die Situation zu schlichten.

 

Von seinem Wohnsitz in North Manchester, Indiana, aus, reflektiert Bob Gross die Erfahrungen der Verhöre und der Ausweisung. „Während der Zeit, in der wir von israelischen Sicherheitskräften festgehalten wurden, sahen wir viele Menschen, die ebenfalls erneuten Befragungen unterzogen wurden. Fast alle dieser Menschen, die zur Seite genommen wurden, hatten eine dunklere Hautfarbe. Die meisten waren von arabischer und afrikanischer Abstammung. Uns ist klar, dass Alices ägyptische Abstammung wie auch ihre photographische Dokumentation über Palästina im Internet die auslösenden Faktoren in der Entscheidung der Behörden über unsere Ausweisung waren. Zu diesem Rassismus kommt noch die Furcht der israelischen Regierung vor allem, was Gleichheit oder Menschenrechte für die Palästinenser zu schätzen scheint. Dies bedeutet, dass diejenigen von uns, die sich in gewaltlosen Friedenseinsätzen engagieren, als Drohung wahrgenommen werden.

 

Im vergangenen Jahr hat die israelische Regierung die Einreise für internationale Reisende nach Palästina und Israel zunehmend erschwert. Zwei vollzeitlichen CPTlern des At-Tuwani-Teams wurde im vergangenen Herbst die Einreise untersagt.

 

FĂĽr einen Reisebericht der Delegation vom 6.-18. Januar 2010, siehe

http://mideastdelegation.blogspot.com/


1 Name geändert, um weitere Untersuchungen bei späteren Reisen nach Nahost zu verhindern.